Das Bundesförderprogramm „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend unterstützt lokale Projekte mit Fördermitteln. Der Rhein-Kreis Neuss setzt dieses Programm seit 2015 um und fördert Projekte mit den Schwerpunkten „Demokratie fördern“, „Extremismus vorbeugen“ und „Vielfalt gestalten“. In diesem Jahr stehen die Themen Antisemitismus, Vielfalt und Inklusion, Demokratische Partizipation, Politische Bildung und Demokratische Gesprächskultur im Mittelpunkt.

Kreisdirektor Dirk Brügge freut sich, dass der Begleitausschuss unter seinem Vorsitz bereits fünf Projekten eine Zusage erteilen konnte. „Wir haben erstmals so viele Anträge erhalten, dass wir schon Anfang des Jahres die gesamten Fördermittel für 2022 hätten ausgeben können“, erläutert Brügge. „Nach detaillierter Beratung haben die Mitglieder der Partnerschaft für Demokratie im Rhein-Kreis Neuss sich für fünf interessante Projekte mit einer Förderung in Höhe von insgesamt 22 046 Euro entschieden. Fördermittel sind noch frei, so dass weitere Anträge für dieses Jahr bis zum 24. März gestellt werden können.“

Zustimmung gab es vom Begleitausschuss für das Projekt „Concrete Jam – support your local scene“ der Katholischen Jugendagentur Düsseldorf gGmbH. Die Agentur will mit diesem Event, zu dem ein Skatecontest und ein vielfältiges Musikprogramm gehören, zu Demokratieförderung, Extremismus-Prävention und Vielfalt beitragen. Darüber hinaus sollen auf dem Gelände des Rennbahnparks Neuss Infostände zur Aufklärung gegen Rassismus und Extremismus aufgestellt und Workshops angeboten werden. Auch ein gemeinsames Zeichen für Vielfalt, gegen Extremismus und Ausgrenzung soll kreativ erarbeitet werden.

Mit dem zweiten geförderten Projekt „Juleica-Auffrischung – Zivilcourage-Training gegen diskriminierende Parolen und Hetze“ ebenfalls von der Katholischen Jugendagentur Düsseldorf gGmbH wird ein Workshop für junge Menschen unterstützt. Die Jugendleiter sollen in aktuellen Kontexten und Themen weitergebildet werden. Ziel ist, sie in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zu stärken, damit sie besser auf Herausforderungen wie diskriminierende Parolen und Hetze reagieren können. Als Multiplikatoren geben sie ihr Wissen an Jugendliche weiter.

Ebenfalls gefördert wird das Projekt „Ein Statement gegen Antisemitismus setzen – Interaktiver Workshop mit Benaissa Lamroubal und ´Haben´“ des Berufsbildungszentrums (BBZ) Dormagen. In dem Workshop sollen die Geschichte und Gegenwart des Judentums vertieft werden; außerdem geht es um die Entstehung und die Folgen des Antisemitismus. Interaktiv vermittelt wird das Thema von dem Comedian Benaissa Lamroubal und dem Rapper „Haben“.

Auch das Projekt „Offener Familientreff zur Förderung von Integration, Toleranz und Partizipation“ des CVJM Neuss e.V. profitiert von der Förderung. Der Verein, der sich zurzeit neu aufstellt, setzt sich für Nächstenliebe, Toleranz und Offenheit ein und will einen offenen Treff für Familien mit und ohne Migrationshintergrund anbieten.

Bei dem fünften Projekt „Die Gesellschaftsgestalter – eine wirkungsvolle Initiative zur Entwicklung unserer Gesellschaft“ der querkopf-akademie gUG sind Veranstaltungen in allen acht Kommunen des Rhein-Kreises Neuss geplant. Jeweils zwei Personen verschiedener Generationen kommen dabei in einer sogenannten „Dialogdraisine“ über gesellschaftspolitische Fragestellungen ins Gespräch. So sollen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene um Lebensbereiche wie Wohnen, Arbeiten, Nachhaltige Architektur, Infrastruktur, Mobilität, Gemeinsames Miteinander unabhängig von Religion und Geschlecht austauschen.

Weitere Informationen und Formulare zum Programm „Demokratie leben!“ gibt es unter dem Link www.rhein-kreis-neuss/demokratieleben. Ansprechpartnerinnen im Rhein-Kreis Neuss sind Yvonne Crynen (Mail: yvonne.crynen@rhein-kreis-neuss.de) und Natasa Sirigu (natasa.sirigu@caritas-neuss.de).