20 Jahre lang stand Dr. Michael Dörr an der Spitze des Gesundheitsamtes des Rhein-Kreises Neuss. Ende Januar geht er in den Ruhestand und Barbara Albrecht übernimmt seine Nachfolge. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke dankt Dörr für seine vorbildliche Arbeit und spricht ihm seine Anerkennung aus. „Mit seinem Eintritt in den Ruhestand verliert die Kreisverwaltung einen versierten, souveränen und zuverlässigen Amtsleiter“, betont Petrauschke. „In nunmehr fast einem Jahr der Corona-Pandemie hat er wieder einmal unter Beweis gestellt, dass er als Amtsarzt auch in kritischen Situationen stets gelassen bleibt und über große Fachkompetenz verfügt.“

Petrauschke freut sich, dass die wichtige Stelle wieder mit einer engagierten und kompetenten Ärztin besetzt wird: „Barbara Albrecht zeichnet sich durch fachspezifische Kenntnisse und großes Organisationsgeschick aus, bei ihr liegt die Amtsleitung in guten Händen.“ Während der Corona-Pandemie ist sie als Leiterin des Ärzteteams mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur für die Koordination der Termine in den Testzentren und der mobilen Testungen zuständig, sondern hat auch alle Testergebnisse im Blick und beantwortet medizinische Fragen von Bürgern und Ärzten. Außerdem ermittelt ihr Team bei positiven Fällen in Kindertagesstätten und Schulen. Die Medizinerin hebt das Engagement aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitsamt hervor: „Ich bin begeistert von der guten Stimmung und dem Einsatzwillen in unserem Corona-Team, auch wenn die Arbeit nicht immer einfach ist und viele schon seit Monaten am Rande ihrer Kräfte arbeiten“, sagt Barbara Albrecht.

Für ihre neue Aufgabe sei sie hochmotiviert, und sie sehe es als große Herausforderung, die vorbildliche und bürgernahe Arbeit im Gesundheitsamt fortzusetzen. Die 49-Jährige freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihrer Stellvertreterin Dr. Maria Eisenhuth und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Abteilungen vom Amtsärztlichen Dienst und die Apothekenaufsicht über die die Gesundheitsplanung und -förderung, den Sozialpsychiatrischen Dienst, die Umweltmedizin und die Verwaltung bis hin zum Zahnärztlichen Dienst. Bereits seit 12 Jahren verstärkt Barbara Albrecht den Kinder- und Jugendgesundheitsdienst des Rhein-Kreises Neuss und leitet diese Produktgruppe seit 2016. Hier hat sie sich in verschiedenen Bereichen vom Projekt prokita in Kindergärten über Einschulungsuntersuchungen bis hin zu Gutachten für Förderschüler engagiert.

Barbara Albrecht wurde in Neuss geboren und absolvierte nach ihrem Medizinstudium an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf ihr Praktisches Jahr am Lukaskrankenhaus in Neuss, bevor sie zehn Jahre lang in der Kinderklinik des Marien-Hospitals Wesel arbeitete. Sie ist Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin und lebt mit ihrem Mann Volker und den beiden Kindern im Alter von 17 und 19 Jahren in Neuss. „Barbara Albrecht hat mit ihrem Einsatz bewiesen, dass sie hervorragend geeignet ist für die Funktion der Amtsleiterin“, betonen Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Kreisdezernent Karsten Mankowsky und heben die sehr gute langjährige Zusammenarbeit mit Dr. Michael Dörr hervor.

Durch seine Motivation und Innovationsfreude habe Dr. Dörr zahlreiche Impulse für das öffentliche Gesundheitswesen im Rhein-Kreis Neuss gegeben. „Er hat nicht nur zuverlässig und kompetent seine verantwortungsvolle Aufgabe ausgeübt, sondern auch zahlreiche zukunftsweisende Projekte initiiert“, sagt Mankowsky. Beispielhaft sind ihn neue Ideen im Kinder- und Jugendgesundheitsbereich sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei Euregio-Projekten. Mit viel Herzblut habe sich Dörr zum Beispiel für die Bekämpfung multiresistenter Keime auf euregionaler Ebene eingesetzt.

An welche besonderen Herausforderungen erinnert sich der Amtsarzt? Dazu sagt Dr. Michael Dörr, der 1984 seine Tätigkeit im öffentlichen Gesundheitsdienst im Märkischen Kreis begann, 1996 als stellvertretender Leiter zum Gesundheitsamt des Rhein-Kreises Neuss kam und 2001 dessen Leitung übernahm: „Meine Arbeit als Amtsarzt war unsagbar spannend und abwechslungsreich, aber auch mit einer großen Verantwortung und häufig emotionalen Beteiligung verbunden.“ Als Beispiele nennt er die Untersuchung einer Ebola-Verdachtsperson aus Westafrika im Polizeigewahrsam in Grevenbroich unter Vollschutz und den Ausschluss von Milzbrandsporen bei der Beurteilung von weißem Pulver auf einer Festveranstaltung. Auch den Transport von zwei SARS-verdächtigen amerikanischen Touristen zur Uniklinik Düsseldorf hat er noch gut in Erinnerung.

Besonders hebt Dr. Michael Dörr die hervorragende Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hervor. „Ich habe hier mit einem tollen und hoch motivierten Team zusammengearbeitet, dadurch konnte ich viele Ideen verwirklichen“, sagt er. Insbesondere in Corona-Zeiten sei die Leistung des Gesundheitsamtes und der ihm zugewiesenen Mitarbeiter schlichtweg gigantisch. Mehr als 350 Frauen und Männer sind zurzeit im Gesundheitsamt tätig, sonst sind es rund 100. Viele von ihnen arbeiten bereits seit Monaten bei der Kontaktnachverfolgung und bei der Unterbrechung von Infektionsketten mit. „Ich bin erstaunt, welche Reserven jeder einzelne trotz der monatelangen Belastung noch mobilisieren kann“, betont Dr. Michael Dörr. Der 66-Jährige hatte seine ursprünglich im Frühling 2020 geplante Pensionierung wegen der Corona-Pandemie verschoben und freut sich nun, die Amtsleitung an seine kompetente Nachfolgerin zu übergeben. Für den Ruhestand hat er sich vorgenommen, mehr Zeit als bisher mit seinem zweijährigen Enkel Leonard zu verbringen und – sobald dies wieder möglich ist – endlich wieder Rock-Konzerte zu besuchen.