Wasserspielplatz Jröne Meerke: Kreis
 warnt vor Unfall- und Infektionsgefahr für Kinder

Wasserspielplatz Jröne Meerke: Kreis
 warnt vor Unfall- und Infektionsgefahr für Kinder

Der Wasserspielplatz im Naherholungsgebiet „Jröne Meerke“ in der Neusser Nordstadt ist gesperrt worden, weil dort Kinder im Gänsekot gespielt haben. Darauf hat der Rhein-Kreis Neuss hingewiesen. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Anlage von Kindern und Gänsen gleichermaßen benutzt wird. „Aufgrund der großen Schneegänse-Population und der festgestellten Verschmutzung des Wasserbeckens wurde der Zustand als seuchenhygienisch bedenklich eingestuft“, heißt es in einer Ordnungsverfügung des Kreises an die Stadt.
 
„In gesundheitlicher Hinsicht steht neben der Unfallgefahr durch verkoteten Untergrund die Infektionsgefahr im Vordergrund. Das Spektrum der durch verschmutztes Wasser übertragbaren Erkrankungen reicht von einer Bindehautentzündung über eitrige Hauterkrankungen bis hin zu schweren Brech-Durchfall-Krankheiten“, erklärt Dr. Michael Dörr, der Leiter des Kreisgesundheitsamts. Aufgrund einer Eingabe aus der Bevölkerung fand am 2. Juli eine erste Begehung des Wasserspielplatzes durch die Gesundheitsaufsicht statt. Fazit der Fachleute: „Die Wiese vor dem Becken sowie das Becken selber wiesen deutliche Verunreinigungen durch Gänsekot auf. Das Wasser war trüb und deutlich verdreckt.“ Bei einem zweiten Besuch des Kreisgesundheitsamts am 6. Juli wurde der seuchenhygienisch bedenkliche Zustand erneut festgestellt, „so dass eine regelmäßige Reinigung ausgeschlossen werden konnte“, wie es in der Ordnungsverfügung heißt.
In einem Telefongespräch mit einem Vertreter des Amts für Stadtgrün, Umwelt und Klima am selben Tag wurde der Stadt vom Kreis zunächst mündlich untersagt, den Wasserspielplatz in diesem Zustand Kindern zugänglich zu machen. In der anschließend verfassten Ordnungsverfügung sind die Gründe für das Vorgehen dann schriftlich fixiert worden. „Das Wasserbecken wird überwiegend von Kindern zum Spielen benutzt. Dabei findet ein direkter Hautkontakt der Kinder zu dem Wasser und zu dem darin befindlichen Gänsekot statt. Eine Wasseraufnahme durch den Mund oder durch die Nase und eine direkte Aufnahme möglicher Krankheitserreger kann nicht ausgeschlossen werden. Eine Erkrankung der Kinder ist somit wahrscheinlich“, heißt es.

Die Stadt Neuss wird in der Verfügung aufgefordert, die Anlage täglich zu reinigen und dafür Sorge zu tragen, „dass keine Gänse Zugang zu dem Bereich um den Wasserspielplatz sowie zum Wasser selbst haben“. Sollte dies nicht möglich sein, werde die Schließung des Wasserspielplatzes angeordnet, wie es jetzt geschehen ist.