Wo engagieren sich Migrantenvereine und -initiativen im Fairen Handel? Dazu hat der Rhein-Kreis Neuss, der 2010 erster Fairtrade-Kreis Deutschlands wurde, jetzt eine Umfrage gestartet. Verena Tranzer, Koordinatorin für kommunale Entwicklungspolitik des Rhein-Kreises Neuss, hat Migrantenvereine im Kreis angeschrieben, um deren Engagement zu fördern und auszubauen.

„Ziel ist, dass alle im Kreis lebenden Menschen ein Verständnis bekommen für die Herkunft und die Herstellung der Produkte, die sie konsumieren. Gleichzeitig wollen wir die Menschen mit migrantischem Hintergrund untereinander vernetzen und eine langfristige Zusammenarbeit aufbauen“, sagt Verena Tranzer. Dabei arbeitet sie mit MiGlobe NRW zusammen, einem Beraterpool, das sich für die interkulturelle Öffnung von kommunaler Entwicklungspolitik einsetzt.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke will mit diesem Projekt den Fairen Handel im Rhein-Kreis Neuss weiter nach vorne bringen. „Wir sind in vielen Bereichen aktiv“, betont Petrauschke. „Dazu gehören Handlungsfelder wie die Faire Beschaffung, Klimaschutz, die Partnerschaft mit Campohermoso in Kolumbien sowie die Stärkung von zivilgesellschaftlichem Engagement in der eigenen Kommune. Hier wollen wir auch Menschen mit Migrationshintergrund ansprechen.“

Die Koordinatorin Verena Tranzer hofft, dass viele migrantische Selbstorganisationen auf ihr Schreiben reagieren. „Wir laden sie ein, als wichtige lokale Akteure ihre Expertise in das Thema Fairtrade miteinfließen zu lassen“, erklärt sie und hat dabei auch die Agenda 2030 mit ihren 17 Entwicklungszielen im Blick. Sie weiß, dass Migrantenvereine und -initiativen wichtige Partner im Integrationsprozess sind. Mit ihren vielfältigen Angeboten, zum Beispiel in der Sozialberatung und Kinder- und Jugendhilfe, leisten sie einen wertvollen Beitrag zur integrativen Teilhabe und zum interkulturellen und interreligiösen Dialog im Kreis. Weitere Informationen gibt es bei Verena Tranzer unter Tel. 02181 601-6132 sowie per Mail unter verena.tranzer@rhein-kreis-neuss.de.