Das Mittelstandsbarometer misst von Ende Juni bis Anfang August zum 15. Mal den Puls der mittelständischen Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss. Seit 2008 startet jedes Jahr im Sommer eine Telefon-Umfrage, an der 500 nach Repräsentativitätsgesichtspunkten und per Zufallsstichprobe ausgewählte Unternehmen aus allen acht Kommunen an Rhein, Erft und Gillbach teilnehmen.

So wird unter anderem erfragt, wie die Betriebe ihre derzeitige Geschäftssituation und die Aussichten für die nächsten Monate beurteilen. Sämtliche Ergebnisse werden sowohl für das gesamte Kreisgebiet als auch auf die einzelnen Kommunen bezogen ausgewertet und veröffentlicht. Die kreisweite Repräsentativität der befragten Unternehmen über alle Betriebsgrößen, – arten und Branchenzugehörigkeiten hinweg und die kommunenscharfe Auswertung sind seit jeher die besonderen Kennzeichnen des Mittelstandbarometers. Im Sommer 2021 verzeichnete das regionale Geschäftsklima das stärkste Stimmungsplus seit dem Ende der Finanzkrise. Mit 126 Punkten verfehlte man zwar aufgrund der Corona-Pandemie die Allzeithochs der Jahre 2017 und 2018, übertraf dabei jedoch wiederholt deutlich den Bundesschnitt. Diesen Wert sahen die Macher  der Studie als deutlichen Beleg für eine robuste Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss.

Für die Umfrage 2022 blicken die Initiatoren – Kreisdirektor Dirk Brügge, Stephan Meiser (Sparkasse Neuss), Chris Proios (Creditreform Düsseldorf Neuss) und Gregor Werkle (Industrie- und Handelskammer Mittlerer Niederrhein) – mit hoher Spannung nach vorn. Die nicht zuletzt durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nochmals verstärkten Einschränkungen des globalen Handels sowie die zunehmend drohende Rohstoffknappheit haben das Potential, die im Kreis besonders export-orientierte Wirtschaft verstärkt zu treffen, so ihre gemeinsame Einschätzung. Neben dem Krieg wirft der Strukturwandel im Rheinischen Revier seine Schatten auf die aktuelle und künftige Konjunkturlage der mittelständischen Wirtschaft im Rhein-Kreis Neuss. Auch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sind trotz der allgemeinen Entspannung weiterhin spürbar. Ein Stabilitätsanker bleibt dabei – wie bereits in der Finanzkrise 2008 und in der Euro-Krise Anfang des vergangenen Jahrzehnts – der gesunde Branchen-Mix in der Region.

Die Umsetzung des Mittelstandsbarometers erfolgt wieder durch die unabhängigen Institute Synergie 2 (Aachen) und innofact AG (Düsseldorf), die sowohl mit der Erhebung und als auch mit der Auswertung der Daten beauftragt wurden. Zusätzlich zu den Fragen zum Geschäftsklima wird jedes Jahr ein Spezialthema abgefragt. In diesem Jahr beschäftigt sich das Mittelstandsbarometer mit den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die globalen Handelsbeziehungen und ihre Relevanz für die heimischen Unternehmen. Ein wesentlicher Teil des Fragekomplexes wird darauf abzielen, welche kurz- bis mittelfristigen Veränderungen sich aus dem Krieg ergeben werden.

Die aktuellen Umfrage-Ergebnisse werden der Öffentlichkeit am 6. September zunächst bei einer Pressekonferenz und im Anschluss auf verschiedenen Veranstaltungen im Kreisgebiet vorgestellt. Die Initiatoren bitten alle Unternehmen, die in die Zufallsstichprobe gekommen sind, um Teilnahme an der zehn- bis 15-minütigen Befragung. Die Teilnehmer erhalten auf Wunsch nach der Pressekonferenz als kleines Dankeschön die komplette Studie.