Beim Olympiaempfang des Rhein-Kreises Neuss wurden jetzt acht Athletinnen und Athleten geehrt, die an den Olympischen Spielen in Tokio teilgenommen hatten. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke würdigte in seiner Begrüßung die Leistungen der Delegation: „Wir sind sehr stolz, dass Sie unsere Leistungssportregion in Tokio vertreten haben. Sie haben nicht nur für Ihre Sportart geworben, sondern waren und sind darüber hinaus äußerst sympathische Botschafter des Rhein-Kreises Neuss.“

In zwei Talkrunden, aufgelockert mit zahlreichen Videoausschnitten und Fotos, berichteten die Olympioniken im Norbert-Gymnasium Knechtsteden anschaulich von ihrem Weg nach Tokio und den persönlichen Eindrücken vor Ort. Viele von ihnen sind Absolventen der NRW-Sportschule und des Sportinternats auf dem Campus Knechtsteden. Sarah Voss, die im Olympischen Turnier die Finalqualifikation hauchdünn verpasst hatte, machte deutlich, dass die Vorbereitung nicht einfach war: „Das vergangene Jahr war eine äußerst schwierige Zeit, denn niemand wusste, ob die Spiele oder Wettkämpfe stattfinden würden“, sagte sie.

Ebenso wie der olympische Hockey-Schiedsrichter Benjamin Göntgen lobte Kreisdirektor und Sportdezernent Dirk Brügge die von Voss kommentierten Videoausschnitte ihrer Turnübungen im Olympischen Wettkampf. „Auch wenn ihr das Quentchen Glück gefehlt hat, so sind ihre gezeigten Leistungen sehr beeindruckend. Sie und ihr Team haben bei den Olympischen Spielen ein starkes Zeichen für den Turnsport gesetzt.“

Die Säbelfechter Benedikt Wagner, Matyas Szabo und Max Hartung ließen gemeinsam mit den Gästen das dramatische Halbfinalgefecht gegen Weltmeister Südkorea Revue passieren. Im letzten Gefecht verletzte sich der Schlussfechter Matyas Szabo so schwer, dass der Ersatzmann Richard Hübers, der aufgrund seines Studiums nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte, für ihn einspringen musste. „Ich habe sofort gewusst, dass es eine schlimmere Verletzung ist und Richard direkt angewiesen, dass er sich für den Einsatz bereit machen soll“, kommentierte der Bundestrainer Vilmos Szabo die Verletzungspausensequenz. Schließlich unterlag das Säbelteam im Halbfinale gegen Korea und belegte am Ende den vierten Platz im Olympischen Turnier.

Matyas Szabo ist inzwischen von seiner Verletzung wieder genesen und wird seine beeindruckende Karriere mit dem Ziel Paris 2024 fortsetzen. Max Hartung hat bereits im September die Geschäftsführung der Sportstiftung Nordrhein-Westfalen übernommen, während sich Benedikt Wagner auf sein Masterstudium Medien- und Kommunikationsmanagement konzentrieren will.

Rückblickend auf die einzige noch fehlende Olympiamedaille in seiner Sammlung gab sich der Welt- und Europameister Benedikt Wagner versöhnlich: „Natürlich wollte ich diese Medaille haben. Aber wenn ich zurückblicke auf diese vielen tollen Jahre, dann bestand meine Karriere eben nicht nur aus Medaillen, sondern aus der gemeinsamen Zeit mit meinem Team und den Menschen, die ich in dieser Zeit kennenlernen durfte. Ich würde diesen Weg Leistungssport immer wieder gehen!“

Moderator führte Axel Tillmanns durch die gelungene Veranstaltung, bei der Schülerinnen und Schülern vom Technikteam des Norbert-Gymnasium Knechtsteden für Licht und Ton sorgten.