Als Ingo Wienen sich vor rund einem Jahr Gedanken über seine berufliche Zukunft machte, war er zunächst unsicher, ob er in den Bereichen Pflege und Betreuung arbeiten wolle. „Eigentlich bin ich ein Handwerker, jemand, der anpackt. Nach einem Gespräch im Arbeitsamt habe ich mir die Sache durch den Kopf gehen lassen und mich schnell für die Fortbildung zum Pflegehilfs- und Betreuungsassistenten entschieden“, berichtet der Glehner. Seine Entscheidung hat er bis heute nicht bereut. „Die Arbeit in Betreuung und Pflege ist genau das Richtige für mich. Ich bin jetzt angekommen“, so sein Fazit.

Sieben Monate lang hat Ingo Wienen die theoretische und praktische Ausbildung in der TZG (Technologiezentrum Glehn) Akademie absolviert. Nach fünf Monaten Theorie folgte ein zweimonatiges Praktikum im Herz-Jesu-Seniorenheim im Neuss. Der 43-Jährige arbeitete von Anfang an sowohl in der Betreuung als auch in der Pflege mit und wurde innerhalb von wenigen Wochen Teil des Teams. „Ich habe mich vom ersten Tag an pudelwohl gefühlt“, zeigt er sich begeistert. Für ihn stand fest: Hier würde er gern bleiben. Seine Bewerbung war erfolgreich, so dass er nach Praktikum und Abschlussprüfung im Dezember am 2. Januar seine Arbeit auf der Station „Maria“ aufnahm. Die Aufgaben sind vielseitig: Er hilft pflegebedürftigen Senioren bei der Körperpflege und beim Essen und Trinken, betreut Menschen mit Demenz und unterstützt die Pflegefachkräfte bei der Arbeit.

Schon jetzt hat Wienens Arbeitgeber ihm signalisiert, dass er sich zum examinierten Pfleger ausbilden lassen könne. „Diesen nächsten Schritt mache ich voraussichtlich Ende diesen Jahres“, erläutert Ingo Wienen. „Ich möchte in den nächsten Monaten zunächst weitere Erfahrungen in der Praxis sammeln.“ Ulrike Groth, Pflege-Fachbereichsleiterin im TZG, weiß, dass Kombinationsqualifizierungen wie die von Ingo Wienen beste Aussichten auf einen erfolgreichen beruflichen Einstieg in den Pflegebereich bieten. „Der Werdegang von Herrn Wienen zeigt, dass auch Menschen, die vorher nichts mit Betreuung oder Pflege zu tun hatten, hier ihre Bestimmung finden können“, sagt sie und fügt hinzu: „Diese Berufsfelder bieten vielfältige Perspektiven und sind vor allem zukunftssicher.“ So gehört zum Beispiel die Seniorenpflege mit rund 7 500 Beschäftigten im Rhein-Kreis Neuss zu den besonders stark wachsenden Dienstleistungsbranchen.

Der Unterricht findet als Mischung aus Präsenzlernen und E-Learning statt. In einem neu eingerichteten Demonstrations-Pflegeraum an der Königstraße in Neuss üben die Kursteilnehmer unter Einhaltung der Corona-Hygieneregeln mit der Pflegepuppe „Gerda“ alltägliche Handgriffe ein. Das Gelernte wird mit digitalem Unterricht vertieft. Auch Ingo Wienen eignete sich einen Großteil der pflegerischen Kenntnisse am PC an, während seine Kinder gleichzeitig im Homeschooling lernten. Über seinen Beruf sagt er: „Der Umgang mit älteren Menschen macht mir Spaß, und ich verdiene nicht nur gutes Geld, sondern habe auch jeden Tag das Gefühl, dass ich etwas Gutes tue.“

Der nächste Kurs für künftige Pflegehilfe- und Betreuungsassistenten startet am 12. April; angesprochen sind sowohl Neueinsteiger als auch Berufsrückkehrer. Bereits seit 15 Jahren bietet die TZG Akademie als Bildungsträger des Rhein-Kreises Neuss ein breites Programm mit Fort- und Weiterbildungen für Einsteiger und Profis an und hat bereits 700 Absolventen qualifiziert. Interessenten erhalten weitere Informationen zu dem Kurs im Internet unter www.tz-glehn.de sowie telefonisch bei Katrin Büschgen und Nina Mewes unter der Nummer 02131 6097104.