Seit genau sechs Jahren ist eines der Schwerpunkte des NABU-Jüchen, neben der Reinigung von Vogelnistkästen, der Pflege von Obstwiesen und der Betreuung des Naturlehrpfades in Jüchen, die Amphibienwanderung rund um Schloß Dyck.

Das Tiefbauamt des Rhein-Kreises Neuss installiert vor dem Einsetzen der Amphibienwanderung im zeitigen Frühjahr einen etwa 400 Meter langen und für Kröten, Frösche und Molche unüberwindbaren Zaun an der K25 auf der Seite des Pumpenbusches. Hinter dem Zaun – zur Straße abgewandten Seite – befinden sich dann in die Erde eingelassene Behälter, in denen dann die Amphibien sanft reinfallen. Der NABU-Jüchen sie abends in schwarze Eimer, trägt sie vorsichtig über die Straße und lässt die Tiere wieder auf dem Gelände von Schloss Dyck frei. Dort wird dann im Sommerquartier in einigen Feuchtgebieten abgelaicht und die Rückwanderung beginnt wieder. Allerdings findet die Rückwanderung innerhalb von vielen Monaten statt, so dass der Schutz der Rückwanderung aus zeitlichen Gründen nicht zu bewerkstelligen ist. Natürlich wird auch schriftlich festgehalten, welchen Amphibien in welchen Stückzahlen und welchen Geschlechtern so über die Straße geholfen wurde. Diese Prozedur hat nun auch im Bereich der alten Eßkastanienallee, die schon seit vielen Jahren aus Sicherheitsgründen gesperrt ist und nur von Schafen kurzgehalten wird, zum zweiten Mal – unweit vom Schloss – stattgefunden.

Insgesamt ist festzuhalten, dass die Amphibienpopulation rund um Schloss Dyck stark rückläufig ist. 2018 waren noch 3100 Amphibien (465), 2019 1843 Amphibien (276) und dieses Jahr nur noch 1633 Amphibien (252) über die Straße getragen und somit gerettet worden. Ebenso haben sich die Geschlechter der wandernden Erdkröten stark verändert. Konnte man früher noch von 75 Prozent Männchen und 25 Prozent Weibchen ausgehen, so gibt es bei beiden Geschlechtern starke Rückgänge zu verzeichnen, besonders bei den männlichen Erdkröten. Männliche Erdkröten sind übrigens viel kleiner als weibliche Erdkröten, die zum Ablaichen von den Weibchen oft Huckepack genommen werden.

Zum Schluss ist noch zu vermelden, dass dieses Jahr nur sieben Molche gesichtet wurden, im Jahre 2017 waren es noch 40 Molche. Ob nun der allgemeine Rückgang der Amphibien bei Schloß Dyck eventuell mit den beiden vergangenen, sehr trockenen Sommern zu tun hat und ob sich hier nun auch schon der Klimawandel bemerkbar macht, ist noch nicht ganz sicher. Der NABU-Jüchen wird natürlich weiterhin die Lage beobachten und, wenn möglich, die Lage der Amphibien zu verbessern.