33 Soldaten der Bundeswehr sind ab dieser Woche im Kreisgesundheitsamt im Einsatz. Sie sollen bei der Sachverhaltsermittlung im Corona-Team helfen. 20 von ihnen sind heute eingetroffen; weitere kommen in den nächsten Tagen. Die Helfer aus dem Großraum Köln / Aachen wurden von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky und Produktgruppenleiterin Nadine Broisch begrüßt.

Landrat Petrauschke betonte im Gespräch mit den neuen Mitarbeitern, die zunächst bis Anfang Dezember das Gesundheitsamt verstärken: „Wir freuen uns über Ihre Bereitschaft zu helfen und können die Unterstützung sehr gebrauchen.“ Damit sind im Corona-Team der Kreisverwaltung nun insgesamt 236 Mitarbeiter eingesetzt. Im Frühjahr bestand der Personalpool noch aus 135 Mitarbeitern, vor Beginn der Corona-Pandemie waren im Infektionsschutz im Kreis-Gesundheitsamt 15 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Rhein-Kreis Neuss hatte nach der Anforderung der Amtshilfe zur Entlastung des Gesundheitsamtes eine schnelle Zusage erhalten. Die neuen Kollegen – sowohl Soldaten als auch Zivilpersonen von der Bundeswehrverwaltung – sind vor allem in der Sachverhaltsermittlung im Einsatz. Bereits in der vergangenen Woche haben sie sich in das Thema eingearbeitet und werden jetzt im Gesundheitsamt geschult. Die Diplom-Biologin Dr. Silvia Eller bereitet die Soldaten auf ihre neue Aufgabe vor. Nadine Broisch vom Gesundheitsamt erläutert: „Die Sachverhaltsermittler wirken bei der Entscheidung mit, wer wie lange in Quarantäne kommt. Die neuen Kollegen arbeiten in festen, erfahrenen Teams mit und werden natürlich fachlich von uns unterstützt.”

15 Soldaten reisen von zuhause an; 18 sind in einem Grevenbroicher Hotel untergebracht und können von dort aus zu Fuß ihre Arbeitsstelle Auf der Schanze erreichen. Sie arbeiten – ebenso wie die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes – im Zwei-Schicht-System von 6.30 bis 21.30 Uhr an sieben Tagen in der Woche. Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky berichtet, dass auch Mitarbeiter aus anderen Ämtern sowie externe, neu eingestellte Kollegen die Teams im Gesundheitsamt verstärken. „Um die Pandemie in den Griff zu bekommen, sind wir angesichts steigender Fallzahlen dringend auf umfassende Unterstützung angewiesen“, erläutert Mankowsky. Bereits seit Beginn der Pandemie arbeiten fünf Containment Scouts des Robert-Koch-Instituts ebenfalls im Corona-Team des Rhein-Kreises Neuss mit.

Major Tim Feld, Chef der 33-köpfigen Abordnung der Bundeswehr, berichtet, dass der Einsatz im Gesundheitsamt für die Soldaten eher ungewöhnlich ist. „Bisher gab es Einsätze im Rahmen der Hilfeleistung zum Beispiel bei Hochwasser oder bei Waldbränden. Aber wir sind froh, dass wir auf diese Weise die Kolleginnen und Kollegen unterstützen können“, sagt er.