Die Impfungen im Rhein-Kreis Neuss schreiten deutlich voran. Mehr als 82 000 Menschen haben über das gemeinsame Impfzentrum des Rhein-Kreises Neuss und der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein und seine mobilen Impfteams bereits ihre Erstimpfung erhalten. Die Zahl der Zweitimpfungen ist auf über 25.000 angestiegen. Hinzu kommen die Impfungen durch die Hausärzte. „Mit einer hohen Schlagzahl von bis zu 15 680 Impfungen pro Woche allein in unserem Impfzentrum geht es weiter“, sieht Landrat Hans-Jürgen Petrauschke zuversichtlich nach vorn. Messbare Erfolge zeigen sich in den Seniorenzentren, die der Heimaufsicht des Kreises schon seit März keine Neuinfektionen mehr melden und keine weiteren Todesfälle in Verbindung mit dem Corona-Virus verzeichnen.

„Die hohe Impfbereitschaft und das außerordentliche Engagement aller beteiligten Akteure zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind. Dafür gilt allen, die bei uns zum Impferfolg beitragen, mein herzlicher Dank. Ich würde mich freuen, wenn bald auch die Privatärzte und die Betriebsärzte in die Impfkampagne einsteigen können.“ Die Impfstofflieferungen, so Petrauschke, nehmen zu, so dass immer mehr Bevölkerungsgruppen geimpft werden können: Ab Mittwoch (21. April) können sich auch die Jahrgänge 1948 und 1949 über die Terminbuchungssysteme der Kassenärztlichen Vereinigung online unter www.116117.de sowie telefonisch über die zentrale Rufnummer (0800) 116 117-01 anmelden, ab Freitag dann schon die Jahrgänge 1950 und 1951. Im Durchschnitt folgt aktuell täglich eine Impfeinladung für einen weiteren Jahrgang.

Nicht nur nach Jahrgängen oder Impfberechtigte mit bestimmten Vorerkrankungen bzw. Betreuende eines bestimmten Personenkreises werden geimpft, wobei chronisch Kranke und pflegende Angehörige sich für eine Impfung vornehmlich an ihren Hausarzt wenden sollten. Auch Berufsgruppen mit besonderen Aufgaben und einer erhöhten Ansteckungsgefahr für sich selbst gehören zu den Impfberechtigten. So sind im Impfzentrum im Rhein-Kreis Neuss schon 8.500 Grund- und Förderschullehrer sowie Erzieherinnen geimpft worden. Deren Erstimpfung wird noch diese Woche abgeschlossen sein, ebenso wie die der verbliebenen Krankenhausmitarbeiter, bei denen bereits rund 4.000 Impfungen erfolgt sind. Außerdem wurden im Impfzentrum bisher 3.350 Ärzte und medizinisches Personal in niedergelassenen Arztpraxen und 680 Angehörige des Rettungsdienstes geimpft.

Allein in dieser Woche sollen im Rhein-Kreis Neuss weitere 1.000 Feuerwehrkräfte hinzukommen, die im täglichen Einsatz unerwartet mit Corona-Infizierten in Kontakt kommen können. Ermöglicht hat dies eine Öffnungsklausel von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann, dass durchaus im Rahmen der Impfverordnung auch den Einsatzkräften der Feuerwehren ein Impfangebot unterbreitet werden kann. “Die Feuerwehren bleiben bei ihren Einsätzen tagtäglich Kontaktgefahren untereinander und zu Dritten ausgesetzt. Daher begrüße ich die neue Möglichkeit und habe den Feuerwehrangehörigen im Kreis ein entsprechendes Impfangebot unterbreitet”, so Landrat Petrauschke.

„Mir ist bewusst, dass viele Menschen aktuell noch auf eine Impfung warten. Dies gilt insbesondere für Menschen mit Vorerkrankung und pflegende Angehörige. Auch hier werden wir Dank zunehmender Impfstofflieferungen mehr Impftermine vereinbaren können“, sagt Petrauschke. Nachdem die EU-Arzneimittelbehörde heute uneingeschränkt grünes Licht für den Impfstoff von Johnson & Johnson gegeben hat, sei weitere Dynamik im Impfprozess möglich. „Wenn das Impftempo so weiter geht wie jetzt, wird voraussichtlich schon nächste Woche, der Personenkreis der so genannten Priorisierungsgruppe 3 zu den Impfberechtigten gehören.“

Die Impfzentren – auch das im Rhein-Kreis Neuss – können nur mit einem gültigen Termin aufgesucht werden. Außerdem bittet das Impfzentrum im Rhein-Kreis Neuss alle Besucher, dass sie den Aufklärungs- und Anamnesebogen möglichst zuhause ausdrucken und diese Unterlagen ausgefüllt und unterschrieben in doppelter Ausführung zum Impftermin mitbringen. Auf diese Weise verkürzen sich die Wartezeiten.