Zum 1. Februar hat Ina Grothe (41) ihre Arbeit als Klimaschutzmanagerin beim Rhein-Kreis Neuss aufgenommen. „Ich bin froh, dass wir mit ihr eine engagierte und kompetente Mitstreiterin für die wichtigen Themen Klimaschutz und Vorsorgestrategie erhalten“, sagte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke jetzt bei der Vorstellung von Ina Grothe in Grevenbroich. „Damit“, so der Landrat, „setzen wir als Kreis unsere bereits intensiven Aktivitäten für den Klimaschutz noch wirksamer fort.

Gefördert mit Mitteln aus der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des Bundesumweltministeriums erarbeitet Ina Grothe bis Juli 2023 eine integrierte Klimawandel-Vorsorgestrategie. Die wird aus einem Klimaschutzkonzept und darauf aufbauend einem Klimaanpassungskonzept bestehen, das als langfristige strategische Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe für alle zukünftigen Klimaschutzaktivitäten und Maßnahmen zur Anpassung an die erwarteten Folgen des Klimawandels dient.

Der Rhein-Kreis Neuss setzt sich bereits in vielen Projekten für den Klimaschutz und nachhaltige Lebensverhältnisse ein: ob Waldvermehrungsprogramm, Radwegebau, Windtestanlage, Aktionsbündnis für Insekten, energetische Sanierung und smarte Gebäudetechnik, mehr E-Ladesäulen und Photovoltaik an und auf Kreisgebäuden oder klimaneutrales Drucken in der Verwaltung.

Als erster Fairtrade-Kreis Deutschlands kommt noch nachhaltige und umweltfreundliche Beschaffung hinzu. Zudem hat Landrat Petrauschke 2018 die Erklärung „2030 – Agenda für nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ unterschrieben. Mit der Musterresolution des Deutschen Städtetags sowie des Rats der Gemeinden und Regionen Europas untermauern die Unterzeichner ihre Bereitschaft, sich für eine nachhaltige Entwicklungspolitik stark zu machen.

„Wir machen schon einiges, und wir werden uns noch intensiver für den Klimaschutz engagieren“, betont Petrauschke. Hier böte der Strukturwandel durch den vorzeitigen Ausstieg aus der Braunkohle neben seinen großen Herausforderungen auch große Chancen. Die Energiewende dürfe aber nicht zur sozialen Frage werden, indem sie zu überteuerten Lebenshaltungskosten führt oder Arbeitsplätzen schadet.

Grundlage für die nun von Grothe zu erarbeitende integrierte Klimawandel-Vorsorgestrategie ist die systematische Erfassung von Potenzialen zur Energieeinsparung, zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Nutzung erneuerbarer Energien auf kreiseigenen Liegenschaften. Darauf basierend sollen konkrete Klimaschutzziele für den Rhein-Kreis Neuss formuliert werden, die wiederum in einen entsprechenden Maßnahmenkatalog einfließen.

Das Thema Klimawandel-Vorsorge ergänzt die beiden in der Kreisverwaltung bereits seit längerem bestehenden Bereiche des Energiemanagements, das in der Gebäudewirtschaft angesiedelt ist, sowie der Stabstelle für Strukturwandel im Planungsamt des Kreises. Vertiefte Kenntnisse im Projektmanagement und der Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Beteiligten bringt Grothe mit: Die studierte Politologin leitete viele Jahre vom Land NRW geförderte Programme und Projekte für die Gewerbeförderung. Struktur- und Arbeitsmarktpolitik sowie umweltpolitische Inhalte gehörten zu ihren Studienschwerpunkten. Privat gilt das Interesse der zweifachen Mutter zum Beispiel der Klimabildung im Kinder- und Jugendbereich.

Ihre neue Tätigkeit beim Rhein-Kreis Neuss sieht Grothe als Querschnittsaufgabe: „An dem Ziel den Klimaschutz auf Kreisebene weiter auszubauen, wirke ich gerne in Zusammenarbeit mit den verschiedensten Ämtern, aber auch mit den Bürgerinnen und Bürgern im Kreis mit“, so die gebürtige Neusserin, die heute mit ihrer Familie in Korschenbroich lebt.