Wie Schüler möglichst gut und möglichst schnell den Einstieg ins digitale Berufsleben erlernen, macht ein vom Rhein-Kreis Neuss gefördertes Modellprojekt „Raspberry Pi“ am Berufsbildungszentrum für Informatik und Technik (BTI) deutlich. Bereits seit zwei Jahren testet Schulleiter Edelbert Jansen mit Unterstützung des Kreises den Mini-Computer „Raspberry Pi“, der auch in Steuerungssystemen der Industrie verwendet wird. Die Computer sind mittlerweile fester Bestandteil der Ausbildungsinhalte in den technischen Berufen. 100 Minicomputer „Raspberry Pi 400“ der neueren Generation hat der Kreis für die Ausstattung der Fachklassen angeschafft. 

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und IT-Dezernent Harald Vieten konnten sich auf Einladung Jansens jetzt selbst ein Bild vom Erfolg des Projektes in einer der ausgestatteten Fachklassen unter Leitung von Lehrerin Sercin Zorlu machen. „Die Schülerinnen und Schülern macht das großen Spaß, was zusätzliche Lernmotivation bedeutet“, sagt Abteilungskoordinator und Projektleiter Markus Dobrowolski. 

Jansen lobt die gute Zusammenarbeit mit dem Schulträger: „Durch eine pfiffige Lösung, die von den IT-Abteilung des Rhein-Kreises Neuss entwickelt wurde, funktioniert der Minicomputer bei Bedarf genauso wie ein normales Laptop mit Windows Betriebssystem, kostet aber mit über 80 Euro nur ein Bruchteil.“ Die Schüler selbst können die „Raspberry Pis“ im Unterricht installieren. Dabei greifen sie auf die vom Kreis entwickelte Citrix-Infrastruktur und das Breitbandinternet zurück sowie auf die Anbindung an das pädagogische Netzwerk des Kreises. Die Schüler selbst können die „Raspberry Pis“ im Unterricht installieren. Dabei greifen sie auf die vom Kreis entwickelte Citrix-Infrastruktur und das Breitbandinternet zurück sowie auf die Anbindung an das pädagogische Netzwerk des Kreises.

Der Mini-Computer kann an jeden beliebigen Bildschirm angeschlossen werden, kann aber auch auf einen zu steuernden Roboter montiert werden. Die Einsatzmöglichkeiten am BTI sind daher vielfältig. Keine Kosten für das Betriebssystem und keine Kosten für das Office Paket. Open Office wird gleich mitgeliefert.

Und die Laptop-Alternative kann sogar mehr: Die eingebaute Schnittstelle erlaubt es, Dioden, Motoren oder Sensoren anzusteuern und damit Schaltungen nachzubauen und direkt zu programmieren. „Die Schülerinnen und Schüler können so unabhängig vom Lernort ihre Programme schreiben und die entwickelten Schaltungen aufbauen und experimentell testen“, schwärmt Jansen.

„Nicht nur fertige Programme nutzen, sondern selbst programmieren und Zusammenhänge verstehen, macht die Schülerinnen und Schüler wissbegierig und kreativ. Erforderliche digitale Kompetenzen, die auf die Berufswelt von morgen vorbereitet“, betont Petrauschke. Und Kreisdezernent Vieten ergänzt: „Unsere Arbeitswelt benötigt nicht nur Informatiker, sondern auch viele Ingenieure und Techniker, die sich den technischen Herausforderungen der Zeit stellen können.“ Landrat Petrauschke kann sich das Modellprojekt daher auch an anderen technischen Berufskollegs im Land vorstellen und will zusammen mit Schulleiter Jansen deshalb mit dem Land sprechen.