Gelegentlich denkt er tatsächlich daran, kürzerzutreten. Und einmal hat er es sogar schon getan. Vor sieben Jahren zog sich Jörg Pohlenz (61) aus der ersten Mannschaft zurück und kümmerte sich fortan mit reduziertem Aufwand um die Zweite des TV Korschenbroich. So kann das aber nicht weitergehen, dachten sich 2018 die Verantwortlichen beim Aufbau eines neuen Betreuerteams für die Erste. Der Sportliche Leiter Klaus Weyerbrock und Trainer Dirk Wolf fragten nach – und konnten den Physiotherapeuten mit langer TVK-Geschichte zum Comeback „oben“ überreden. Eine Saison sollte es sein. Eigentlich. Doch es ist längst mehr daraus geworden und Pohlenz wird sich auch in der Regionalliga 2020/2021 um die Korschenbroicher Handballer kümmern. Weyerbrock: „Dass Jörg mit uns jetzt sogar ins dritte Jahr geht, ist klasse. Die Chemie zu den Spielern stimmt und das nicht nur im medizinischen Bereich.“ Heißt übersetzt: Der Physio ist auch menschlich und als Handball-Fachmann sehr beliebt.

Jörg Pohlenz, der in Korschenbroich eine eigene Praxis betreibt, übt seinen Beruf mit Leib und Seele aus. Seit rund 40 Jahren kümmert er sich um Mannschaften und Einzelsportler, bei Meisterschaftsspielen und Turnieren oder im Training. Auf seiner Referenzliste stehen neben den Handballern unter anderem der Tennis-Davis-Cup und die Eishockey-Profis der Düsseldorfer EG. Geht es überhaupt ohne die Leidenschaft Handball? Die Antwort zeigt seine humorvolle Ader: „Ich müsste mich erst an die mögliche Freizeit gewöhnen.“

Die Arbeit unter Volldampf für den TVK genießt er ebenso wie die Pausen. „Es ist toll, wenn die Saison vorbei und dann für mich vier bis fünf Monate quasi frei ist. Wenn einer Probleme hat, kann er mich normalerweise in der Praxis erreichen. Sind diese Monate rum, wird man langsam wieder unruhig. Wenn dann der Ball erst mal wieder fliegt, ist alles wieder gut – und weiter geht‘s. Solange ich den Jungs noch helfen kann und die eigene Gesundheit mitmacht, ist alles easy.“ Ganz weit im Hinterkopf liegt aber, bisher einigermaßen gut versteckt, der Gedanke, sich irgendwann wieder zurückzuziehen: „Wir werden uns weiter nach einer Verjüngung umsehen. Vielleicht machen wir es dann erst zu zweit, um es danach langsam zu übergeben.“ Für den TVK, dessen Stärke sonst das schnelle Spiel ist, kann das allerdings nicht langsam genug gehen.