Die VARIUS Werkstätten haben jetzt E-Ladesäulen – sie sind das Ergebnis der Bachelorarbeit eines Angestellten. Die meisten Abschlussarbeiten von Studierenden vereint das Schicksal, dass sie ihren Verfassern im besten Fall zu einem guten Hochschulabschluss verhelfen, und dann langsam in den Archiven der Hochschulen verstauben. Ganz anders sieht es mit der Bachelor-Arbeit von Riccardo Cannata aus. Der 29-Jährige ist bei VARIUS für den Einkauf zuständig und hat an der Hochschule Niederrhein berufsbegleitend BWL studiert. Seine Arbeit mit dem Titel „Erstellung einer Machbarkeitsanalyse zur Umrüstung des Fuhrparks unter Berücksichtigung aktueller CSR-Standards“ hat dazu geführt, dass das Projekt „EMobilität“ in die Tat umgesetzt werden konnte. „Wir kamen auf das Thema, als abzusehen war, dass die Leasingverträge für einige Fahrzeuge aus unserem Fuhrpark ablaufen. Das Thema Elektromobilität hatten wir schon früh auf der Agenda“, erzählt Alexander Jürgens, kaufmännischer Leiter von VARIUS. „Herr Cannata hat sich diesem Thema dann sehr detailliert in einer Machbarkeitsanalyse angenommen, das war natürlich für beide Seiten toll, er hatte ein spannendes Thema und die Geschäftsführung eine fundierte Antwort auf die Frage, ob wir aktiv in das Thema Elektromobilität einsteigen wollen“, sagt Alexander Jürgens, der die Bachelor-Arbeit von Unternehmensseite her betreut hat. „Ich freue mich natürlich sehr darüber, dass meine Handlungsempfehlung, die aus der Analyse hervorgegangen ist, quasi eins zu eins von der Geschäftsleitung übernommen

wurde“, sagt Riccardo Cannata. Konkret heißt das: Seit Anfang des Jahres sind in den Betriebsstätten Haupthaus, Daimlerstraße und Lise-Meitner-Straße E-Ladesäulen mit zwei Ladepunkten installiert. Durch die Schnellladefunktion können die entsprechenden Fahrzeuge in drei bis fünf Stunden vollgeladen werden. „Die beiden Elektro-Kleinwagen, die jetzt geleast sind und zwei Benziner ersetzen, haben dann etwa eine Reichweite von 340 Kilometern“, erklärt Riccardo Cannata. „Vielleicht auch nur 300, wenn man auch mal die Heizung anmachen will“, fügt er mit einem Lachen hinzu. Da die Fahrzeuge meist für kürzere Strecken zwischen den Betriebsstätten genutzt werden, reicht diese Kilometerleistung vollkommen aus. In den nächsten Monaten sollen weitere geleaste Benziner gegen elektrische Pendants ausgetauscht werden. Den Ausschlag für die Entscheidung, den Fuhrpark schrittweise auf Elektromobilität umzustellen, gaben vor allem zwei Faktoren. „Die Überlegung, etwas zum Umweltschutz und gegen den Klimawandel beizutragen, war eine Hauptintention, aber natürlich müssen wir auch gut und verantwortungsvoll wirtschaften“, sagt Alexander Jürgens. „Deshalb haben uns die Ergebnisse der Analyse von Herrn Cannata in Bezug auf die Finanzen besonders gefreut.“

Beim Vergleich der Angebote von sechs verschiedenen Autohäusern kam heraus, dass das Leasen der Elektro-Varianten von bestimmten Fahrzeugen durch die hohe Fördersumme sogar kostengünstiger für die VARIUS Werkstätten ist, als Leasingverträge für entsprechende Modelle mit Verbrennungsmotor. „So hat man zwei positive Effekte. Die allermeisten Studien bestätigen, dass Elektromobilität signifikante Auswirkungen auf den Ausstoß umweltschädlicher Treibhausgase hat und diese reduziert. Gleichzeitig kann auch noch Geld eingespart werden“, so Riccardo Cannata, der sein BWL-Studium inzwischen mit Bestnote abgeschlossen hat. Gespeist werden die Ladesäulen mit Ökostrom, auf den die VARIUS Werkstätten ohnehin vor Jahren umgestellt haben. Einen besonderen Clou gibt es an der Ladestation im Haupthaus: hier ist die Ladesäule direkt mit der Leitung der hauseigenen Photovoltaikanlage verbunden, was Alexander Jürgens besonders freut: „Die Autobatterien sind die perfekten Speicher für den selbst produzierten Strom, mehr Nachhaltigkeit geht eigentlich nicht. Das passt zum Unternehmensziel, die Werkstatt als verantwortungsvolles Sozialunternehmen für die Zukunft möglichst nachhaltig aufzustellen.“