Novum in der Kreispolitik: Wegen der Corona-Abstandsregelungen tagte der Kreistag unter Vorsitz von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke erstmals nicht in seinem angestammten Sitzungssaal in Grevenbroich, sondern in der Sporthalle des Berufsbildungszentrums im Neusser Hammfeld. Das Experiment ist gelungen. „Wir haben gezeigt, dass wir handlungsfähig sind und trotz Corona die Zukunft des Kreises organisieren”, so Petrauschke.

Bei dem Treffen der Kommunalpolitiker handelte es sich um die erste Präsenzsitzung in diesem Jahr und die letzte vor der Wahl am 13. September. Die März-Sitzung war wegen der Corona-Krise ausgefallen, eine Videokonferenz der Fraktionsvorsitzenden schloss sich an. Annika Geppert, persönliche Referentin des Landrats, hatte den Rahmen für die Sitzung in der Sporthalle gestaltet. Im Mittelpunkt stand die technische Ausstattung. „Schließlich sollte ja alles so sein, wie es die Abgeordneten aus dem Kreissitzungssaal gewohnt sind”, erklärt die Organisatorin.

Sie und ihre Helferinnen und Helfer sorgten dafür, dass die 74 Kreistagsabgeordneten Einzeltische mit Zwei-Meter-Abstand erhielten und die Mikrofonanlage des Neusser Handball-Vereins nutzen konnten, der normalerweise in der Halle seine Spiele austrägt. Mund-Nase-Schutz-Masken und Desinfektionsmittel wurden außerdem besorgt. Auch das WLAN für das Internet funktionierte. Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils der Sitzung standen unter anderem Änderungen des Landschaftsplans, der Zensus 2021, die Bestätigung von Dringlichkeitsbeschlüssen im Zuge der Corona-Maßnahmen und Anträge aus den Fraktionen. Außerdem empfahlen die Politiker der Landesregierung die NRW-weite Einführung des Notfallortungssystems „EmergencyEye“, das in Grevenbroich entwickelt worden ist.