Die Lernfortschritte im Rahmen der Digitalisierung haben innerhalb weniger Wochen an vielen Schulen eine rasantere Entwicklung erfahren als in den vorangegangenen Monaten – und das in den meisten Fällen sehr erfolgreich. Zu diesem Schluss kommt Gala Garcia Frühling, Medienberaterin der Bezirksregierung Düsseldorf für den Rhein-Kreis Neuss.

Wegen der Schulschließungen mussten datenschutzkonforme, leicht anzuwendende Lösungen gefunden werden, um die Schüler mit Aufgaben zu versorgen und den Unterricht auf Distanz zu organisieren. „Dies stellte in Anbetracht der kurzen Zeit teilweise große Herausforderungen dar, aber die meisten Lehrer haben sich schnell darauf eingelassen“, so Garcia Frühling. Es gebe dabei verschiedene datenschutzkonforme Tools, mit denen die Schulen den Material-Austausch ermöglichen. Schüler könnten ihre Ergebnisse über diese Plattformen auch zurück an die Fachlehrer schicken. Die Ergebnisse könnten kommentiert und bewertet werden – nach Absprache auch von dem ganzen Kurs. „Dabei ist zu beachten, dass die Leistungen aktuell jedoch lediglich in positiver Form bewertet werden. Das bedeutet, dass die Schüler ihre Noten verbessern können, indem sie etwa Ergebnisse liefern oder sich aktiv an den Video-Konferenzen beteiligen. Es folgen jedoch keine negativen Konsequenzen, wenn die Ergebnisse schwach sind“, erklärt die Expertin. Auf diese Weise solle sichergestellt werden, dass Kinder, bei denen sich das Distanzlernen als schwierig gestaltet, nicht benachteiligt werden. Gründe für schwache Leistungen könnten schließlich auch eine fehlende technische Ausstattung sein oder der Mangel an einem ruhigen Arbeitsplatz.

Immer mehr Schulen bieten mittlerweile an, den Kindern schuleigene Tablets zur Verfügung zu stellen. „Fehlendes Internet oder begrenzte Rückzugsmöglichkeiten sind jedoch Probleme, die von den Schulen nicht so leicht gelöst werden können“, heißt es im Kreismedienzentrum. Andererseits biete die Digitalisierung auch viele Möglichkeiten für kreative Aufgaben und Projekte, die von zu Hause aus bearbeitet werden können: zum Beispiel einen Film erstellen, ein Hörstück produzieren oder sportliche Aktivitäten dokumentieren. Bei der Einführung und Umsetzung der Austausch-Plattform Moodle unterstützt die Medienberatung die Lehrerinnen und Lehrer mit Online-Fortbildungen. Zuletzt nahmen über 60 Pädagogen daran teil. Unter dem Motto „Mittwochs im Medienzentrum“ ist geplant, regelmäßig Online-Fortbildungen anzubieten, die von den Medienberatern Marc Albrecht-Hermanns, Philipp Wartenberg und Gala Garcia Frühling moderiert werden.

In diesem Rahmen werden auch Schulungen für Administratoren bei der Einführung des Programms „Logineo NRW“ durchgeführt. Außerdem gibt es Online-Kurse zum Thema „Distanzlernen“ auf der Homepage des Kreismedienzentrums. Die Adresse lautet https://mz-neuss.lms.schulon.org. Im Selbstlernkursus können sich Lehrer zu Themen wie zeitgleiche und zeitversetzte Kommunikation, kollaboratives Arbeiten oder E-Portfolios fortbilden. Weit über 500 Pädagogen haben dieses Angebot bereits genutzt.