Kreishandwerkerschaft Niederrhein ehrt die Top-Nachwuchskräfte

Kreishandwerkerschaft Niederrhein ehrt die Top-Nachwuchskräfte

„Wir zeichnen heute junge Menschen aus, die Großes geleistet haben“, sagte Kreishandwerksmeister Rolf Meurer zur Begrüßung: Mit ihrer Jahresbestenfeier ehrte die Kreishandwerkerschaft Niederrhein in der Sparkasse Neuss die 30 Top-Nachwuchshandwerker aus der Region. Alle 30 Frauen und Männer haben ihre Ausbildung in diesem Jahr als Jahresbeste ihrer jeweiligen Innung abgeschlossen – sie sind die Crème de la Crème von insgesamt 852 bisherigen Auszubildenden aus dem Bereich der Kreishandwerkerschaft Niederrhein (Krefeld, Kreis Viersen, Rhein-Kreis Neuss), die in diesem Jahr ihre Gesellen- bzw. Abschlussprüfung bestanden haben. Vom Anlagenmechaniker bis zum Zimmerer reichte das Spektrum der erlernten Handwerksberufe.

Eine der ausgezeichneten Gesellinnen ist Laura-Katharina Dietz. Eigentlich wollte sie Grundschullehrerin werden, doch nach einem Semester an der Uni orientierte sie sich um – und machte ihr Hobby zum Beruf: „Ich habe immer schon gerne Freundinnen die Haare gemacht und Make up aufgetragen.“ Nun lernte sie Friseurin im Salon von Denise Brester in Neuss. „Das ist genau das Richtige für mich“, schwärmt sie, „ich kann Menschen verändern und dadurch glücklich machen.“ Inzwischen hat die 23-Jährige bereits mit der Meisterschule begonnen. Danach will sie ab April eine Ausbildung zum Make-up Artist anschließen. Das Fernziel ist die Selbständigkeit. „Ich möchte später meinen eigenen Beauty-Palast eröffnen“, sagt die angehende Friseurmeisterin. Laura-Katharina Dietz und die anderen 29 Jahresbesten bestätigen, was Kreishandwerksmeister Meurer so ausdrückte: „Handwerk bietet tolle Karrierechancen und ist eine echte Alternative zum Studium.“ Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises Neuss, wies auf die Bedeutung eines Berufsabschlusses hin – über 60 Prozent aller Arbeitslosen hätten nämlich keinen. „Sie haben allen Grund, stolz zu sein“, sagte Fabian Winkler, Direktor Privat- und Firmenkunden der Sparkasse Neuss, den Jahresbesten.
Gut behütet von Helikoptereltern, nie ein aufgeschlagenes Knie gehabt und kaum je ein Buch gelesen, denn es gibt ja Netflix – dieses augenzwinkernde Bild von der Generation Y und Z zeichnete Unternehmensberaterin Philippa Leven in ihrer Festrede. Und beruhigte ihr Publikum kurz darauf: „Wir jungen Menschen werden für den Arbeitsmarkt eine große Bereicherung sein. Wir sind weder faul noch narzisstisch oder verweichlicht, sondern sehr gut ausgebildet, international vernetzt, örtlich flexibel und technikaffin. Und hinzu kommt, wir sind wenige“, sagte Leven.  Deshalb forderten die 18- bis 35-Jährigen neue Regeln in der Arbeitswelt – ob Homeoffice und Gleitzeit bei der etwas älteren Generation Y oder strikte Trennung von Arbeits- und Privatleben bei der Generation Z. Als „Digital Natives“ seien sie mit Laptops, Smartphones und Tablets aufgewachsen und immer online – sei es zur Kommunikation und Vernetzung, zum Einkauf, zur reinen Bespaßung oder zu Informationszwecken. Leven: „Wir wissen, wo wir Informationen finden können, und das überall und zu jeder Zeit.“ Fleiß und Ehrgeiz stünden bei den jungen Menschen  hoch im Kurs.
Ganz analog hatten sich am Tag der Jahresbestenfeier Kübra und Serkan Demirci standesamtlich das Ja-Wort gegeben. Das Brautpaar unterbrach das Hochzeitsessen für eine knappe Stunde, damit der Automobilkaufmann Serkan (28) seine Ehrung als Jahresbester in Empfang nehmen konnte. Der Krefelder, der seine Ausbildung im Autohaus Ruland in Viersen gemacht hat, und seine glückliche Braut wurden von den rund 200 Gästen begeistert gefeiert.