Kreisarchiv stellt Nutzern Sammelakten aus Rommerskirchen zur Verfügung

Kreisarchiv stellt Nutzern Sammelakten aus Rommerskirchen zur Verfügung

Damit hatten die Mitarbeiter des Archivs im Rhein-Kreis Neuss nicht gerechnet: Im Frühjahr machte Hans Knelleken, langjähriger Leiter des Standesamtes der Gemeinde Rommerskirchen, im Keller des alten Rathauses an der Rommerskirchener Bahnstraße einen seltenen Fund. Bereits verschollen geglaubte Akten tauchten dort an lange in Vergessenheit geratener Stelle wieder auf.

Der Tipp kam von Gerd Blaschke, der früher Gemeindearchivar in Rommerskirchen war und heute Mitarbeiter im Kreisarchiv ist. Auf seinen Hinweis hin hatte das Archiv im Rhein-Kreis Neuss bei der Verwaltung in Rommerskirchen angefragt, ob dort im Keller zusammen mit Bauamts-Unterlagen auch ältere Überlieferungen des Standesamtes zu finden seien. Und das war tatsächlich so: In einer der hinteren Ecken lagerten stark verschmutzte Akten des Standesamtes. Nach einer ersten Sichtung war schnell klar, dass es sich hierbei überwiegend um so genannte Sammelakten handelte, deren weitgehendes Fehlen vom Archiv im Rhein-Kreis Neuss schon oft bedauert worden war. Archivmitarbeiter Martin Lambertz sichtete und bewertete den Bestand und wählte die Akten aus, die tatsächlich in das Archiv übernommen werden sollten. Bei einem ersten Blick auf die Unterlagen in dem Keller staunte er nicht schlecht: „Rund 350 Akten lagen dort in drei unteren Regalböden. Der Großteil waren Sammelakten aus der Zeit ab Mitte der 1880er Jahre. Die neuesten Unterlagen stammen aus den 1950-er Jahren. Wirklich ein toller Fund!“ Erst seit 2009 erlaubt die Rechtslage, dass alte Urkunden von den Standesämtern in die kommunalen Archive ausgelagert und damit öffentlich zugänglich gemacht werden.
Besonders interessant sind für Dr. Stephen Schröder, Leiter des Archivs im Rhein-Kreis Neuss, die wiederentdeckten Sammelakten aus Kriegszeiten und aus der unmittelbaren Nachkriegszeit des Zweiten Weltkrieges. Denn sie erhalten zahlreiche Informationen, die in den bereits im Kreisarchiv vorliegenden Geburten-, Heiraten- und Sterberegister nicht enthalten sind. Schröder freut sich über den Überraschungsfund: „Unsere Bestände werden durch die rund 100 Jahrgänge enorm bereichert. Die Archivnutzer können diese Akten natürlich ab sofort bei uns einsehen.“ Denn die Kreisarchiv-Mitarbeiter haben die Akten in den letzten Monaten gesäubert, zum Teil neu verpackt und in der Fachsoftware des Archivs erfasst. Interessierte Bürger wenden sich an das Kreisarchiv unter Telefon 02133 5302-10 und per E-Mail unter kreisarchiv@rhein-kreis-neuss.de.