Kreis-Wohnraumförderung zieht Bilanz

Kreis-Wohnraumförderung zieht Bilanz

Mehr als 252 Millionen Euro Landesmittel zur Wohnraumförderung hat der Rhein-Kreis Neuss seit 2008 bewilligt. Hiermit konnte die Errichtung von insgesamt 2.316 Wohneinheiten im Kreisgebiet gefördert werden. Diese positive Bilanz zog Landrat Hans-Jürgen Petrauschke jetzt gemeinsam mit Kreis-Baudezernent Karsten Mankowsky und Georg Tadtke, Leiter der Wohnraumförderung des Kreises.

„Das ist eine tolle Leistung unserer Wohnraumförderung. Im landesweiten Vergleich lagen wir im vergangenen Jahr bei der Mietwohnraumförderung auf Platz 2 aller Kreise“, ordnet Landrat Hans-Jürgen Petrauschke die Ergebnisse ein. 2017 hat die Kreisverwaltung 27,865 Millionen Euro für den Bau von sozial geförderten Mietwohnungen bewilligt. Lediglich der Rhein-Sieg-Kreis hat noch mehr Mittel abgerufen. „Hiermit fördern wir die Schaffung von preisgünstigem Wohnraum. Dieses Thema hat für den Kreis einen hohen Stellenwert“, so Petrauschke. Seit dem Jahr 2016 ist das Fördervolumen deutlich gestiegen. 2018 wird der Rhein-Kreis Neuss voraussichtlich Fördermittel in Höhe von über 45 Millionen Euro bewilligen. „Wir konnten in den vergangenen Jahren deutlich mehr Mittel abrufen, als uns zu Jahresbeginn zugeteilt wurden“, berichtet Kreis-Baudezernent Karsten Mankowsky. So kann 2018 insgesamt die Rekordzahl von 336 Wohnungen gefördert werden. „Wir mussten noch keinen Antrag wegen fehlenden Mitteln abweisen. Es stehen ausreichend Mittel für die Förderung von sozial gefördertem Wohnraum im Rhein-Kreis Neuss zur Verfügung“, stellt Mankowsky heraus.
Georg Tadtke, Leiter der Wohnraumförderung des Kreises, erläutert, dass dabei mehr als drei Viertel der Förderung in Mietwohnungen geflossen ist. „In den letzten drei Jahren sind die Förderanträge für den Mietwohnungsbau und die Modernisierung von Wohnungen besonders stark gestiegen. Hier machen sich auch die guten Förderbedingungen bemerkbar“, berichtet Tadtke. Das Bauaufkommen reicht aber noch nicht aus, um den in der vom Kreis gemeinsam mit den Städten und Gemeinden erstellten Wohnungsbedarfsanalyse errechneten Bedarf zu decken. Demnach müssen bis 2030 jährlich 1.439 Wohneinheiten gebaut werden. 2017 wurden im Rhein-Kreis Neuss lediglich 1.116 Baufertigstellungen erfasst. Auch im öffentlich geförderten Segment ist die Bautätigkeit nicht ausreichend. 234 neuen geförderten Wohnungen steht hier ein jährlicher Bedarf von jährlich 343 Wohnungen gegenüber. Petrauschke und Mankowsky werben daher dafür, die Bauintensität zu erhöhen. „Der neue Regionalplan sieht umfangreiche Flächen für Wohnungsbau vor. Diese gilt es nun umzusetzen“, so die beiden Kreisvertreter.

Dabei sieht Landrat Petrauschke auch, dass die Akteure am Wohnungsbau zunehmend an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. „Wir prüfen daher weiter die Notwendigkeit einer neuen öffentlichen Wohnungsbaugesellschaft. Dabei möchten wir möglichst auch die Städte und Gemeinden einbinden“, erläutert Petrauschke den Sachstand. Der Kreisausschuss hat den Prüfauftrag im Sommer erteilt. „Im besten Fall gelingt es, den Bedarf ohne eine Beteiligung der öffentlichen Hand an einer Gesellschaft zu decken. Gelingt dies nicht, ist die Kooperation mit einer bestehenden Gesellschaft am zielführendsten, um die Wirtschaftlichkeit sicherzustellen“, erklärt Petrauschke.