Die 5. Änderung des Regionalplans Düsseldorf und die damit einhergehenden Vorhaben schreckten nicht nur die Menschen im Ortsteil Neuenhausen auf. Die Thematik schlägt nach wie vor hohe Wellen, die Bebauungsvorhaben des Bereichs vor dem ehrwürdigen “Kleinfelderhof” sind, trotz der zuletzt getätigten Statements (vom 17. Februar 2021) der Ratsmehrheit von SPD, Grüne, Mein Grevenbroich sowie des Grevenbroicher Bürgermeisters Klaus Krützen, keinesfalls verworfen. Am Ende des Tages entscheidet in absehbarer Zeit der Regionalrat. Hier gilt es nun den Hebel nochmals anzusetzen, um so den Stellungsnahmen der Kommunalpolitik weiter Ausdruck zu verleihen. Besonders stark setzen die Neuenhauserinnen und Neuenhausener jetzt auf die Mitglieder des Rates in Bezug auf die nochmalige Unterstreichung der zuletzt getätigten Statements pro Welchenberg und auf eine Überdenkung der damals getroffenen Ratssitzungsentscheidung zu dieser Thematik. Alle “Sandhasen” sowie die Menschen, welche dieses schöne Waldstück als Naherholungsgebiet nutzen, können noch bis zum 15. März 2021 Gebrauch von ihrem Recht machen, Einspruch gegen die aktuellen Planungen einzulegen.

Die Frage nach der letztendlichen Sinnhaftigkeit dieses Vorhabens darf hier ruhigen Gewissens gestellt werden. Wechselt man nur die Straßenseite der dort entlangführenden Energiestraße, so trifft man auf ein riesengroßes, mehr oder weniger brachliegendes Gelände, welches geradezu nach Strukturwandel, neuen Arbeitsplätzen und einer zukunftsorienterten Marschroute für unser rheinisches Revier schreit. Der Neuenhausener Welchenberg ist ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet und nimmt in der Stadtgeschichte Grevenbroichs wichtige, seitenfüllende Kapitel ein. Alleine der Willibrordusbrunnen auf dem “Brunnenberg”, Teil des letzten Ausläufers der Ville, ist einer der geschichtsträchtigsten Orte in der gesamten Region. Auch das noch erhaltene Klosterareal zählt zum Kulturerbe des Welchenbergs, dass es besonders zu schützen gilt.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden viele Projekte rund um den Neuenhausener Welchenberg realisiert, welche nicht immer zu einer direkten Aufwertung des Bereichs beitrugen. Über einen langen Zeitraum hinweg entstand in den 50er und 60er Jahren eine große Abraumhalde (die heutige Vollrather Höhe), welche historische und sagenumwobene Orte wie die “Drei Linden” oder das “Gut Vollrath” unter sich begrub. Für die damaligen Bewohnerninnen und Bewohner Neuenhausens bedeutete dies ein riesengroßer Eingriff in die geliebte Heimat. Es entstand am Welchenberg – rund um das alte Sandwerkgelände – eine große Deponie, wo nicht nur Grünschnitt-Abfälle entsorgt und gelagert wurden. Ein Kraftwerkstandort wurde in unmittelbarer Nähe des Welchenbergs errichtet. Für das Angebot von Arbeitsplätzen bedeutete dies eine echte Offenbarung, die Natur wurde aber auch hier nicht gefragt.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Neuenhausener Bürgerinnen und Bürger zeigten sich stets demokratisch und nahmen die teilweise großen Veränderungen an. Diese Aspekte, liegen sie auch schon weit zurück, müssen bei den kommenden Entscheidungsfindungen richtungsweisende Faktoren sein. Weitere Einschnitte in die Natur und Einschränkungen dieses historischen Ortes sind zwingend zu vermieden. Für die Umsetzung der Pläne steht dazu eine Vielzahl an alternativen und weitaus attraktiveren Standorten bereit. Auf die knapp fünf Hektar große Fläche am schönen Welchenberg, welche ohnehin keine großen Pläne für ein innovatives Gewerbegebiet zulassen, muss von Seiten der verantwortlichen Personen unbedingt verzichtet werden.

Alternativ könnte man beispielsweise für den ehemaligen Parkplatz gegenüber des alten Kraftwerks über ein Areal für Bikerinnen und Biker nachdenken, welche sich vom Welchenberg bereits seit vielen Jahren magisch angezogen fühlen. Als Blaupause könnte hier die damals sehr beliebte “Abflughalle” in der alten Buckau-Halle dienen. Dazu noch ein bis zwei ausgewiesene Strecken im Welchenberg – schon wäre auch zu diesem Thema ein Konsenz gefunden. Die angrenzenden Felder könnten weiterhin hevorragend bewirtschaftet werden, für hiesige Landwirte sicherlich nach wie vor eine attraktive Anbaufläche.

Fazit: Dieses schöne Fleckchen Erde muss dem Menschen erhalten bleiben und nachhaltig geschützt werden.

Peter Nobis, Neuenhausen

Info unter:

http://www.brd.nrw.de/Offenlagen/index.jsp

Vorlagedokument Einspruch:

https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=&ved=2ahUKEwjf0YWulY_vAhUMmxQKHe8jC9MQFjACegQIAhAD&url=https%3A%2F%2Fcdn.website-editor.net%2F465dee0f87fe4e7e9881a2d5dc8cfdf3%2Ffiles%2Fuploaded%2FVorlage_Einspruch_Gewerbegebiet_Welchenberg.docx&usg=AOvVaw2p8karr1nYQc6qw_2WmiKg

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