Kinder brauchen Orientierungshilfen in der digitalen Welt

Kinder brauchen Orientierungshilfen in der digitalen Welt

Zum 14. Mal hatte das Kreisgesundheitsamt zur Fachtagung Gesundheitsförderung eingeladen. Bei der Veranstaltung im Kreishaus Grevenbroich tauschten sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kindertagesstätten, Familienzentren und Schulen im Kreishaus Grevenbroich über das Thema „Digitale Medien in Kindertagesstätten und Schulen“ aus.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betonte bei der Eröffnung, dass Gesundheitsförderung für den Rhein-Kreis Neuss schon seit vielen Jahren ein wichtiges Thema sei. „Die Fachtagung ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer vielen Gesundheitsaktivitäten geworden, gewachsen aus dem Gesundheitsförderprogramm ´fitznetz´“, sagte der Landrat, der sich freute, dass rund 100 pädagogische Fachkräfte an dem Symposium teilnahmen.
Elisabeth Raffauf, Autorin zahlreicher Fachbücher und psychologische Expertin im WDR und im Kinderkanal Ki.Ka, richtete in ihrem Vortrag den Blick auf die pädagogische Haltung als Fundament von (Medien-)Erziehung. Medien spielen schon in der Lebenswelt von Kindern eine wesentliche Rolle: vernetzte Spielzeuge, die sich per App steuern lassen, Smartphones als dominante Alltagsbegleiter der Erwachsenen, Tablets mit Spiel- und Lernangeboten. Sie fordern damit von Eltern, Erziehern und Lehrkräften eine Stellungnahme und eine pädagogische Haltung. Pädagogisch Tätige bewegen sich in einem Spannungsfeld: Welche Chancen und Möglichkeiten eröffnen sich beim Einsatz digitaler Medien? Wo liegen Herausforderungen und wie können sie ihnen begegnen? In ihrem Vortrag machte Elisabeth Raffauf deutlich, dass Kinder beim „Aufwachsen in Digitalien“ Begleitung, Verarbeitungs- und Orientierungshilfen benötigen. Ein kompetenter Umgang mit Medien(-inhalten) sei zu einer Schlüsselqualifikation geworden.
Medienpädagogin und Medienwissenschaftlerin M.A. Claudia Wierz ging in ihrem Vortrag auf die unterschiedlichen Facetten der Medienbildung ein und gab dabei Impulse für die Umsetzung im KiTa- und Schulalltag. Sie machte deutlich: „Nicht nur Eltern sind in der Verantwortung, auch Bildungseinrichtungen leisten ihren Beitrag für ein gutes Aufwachsen mit Medien.“ Kindertagesstätten und Schulen seien gefordert, Kindern den Zugang zu Medienbildung zu ebnen und die Chancen zu nutzen, die in einer reflektierten und kreativen Mediennutzung stecken. Dem Gesundheitsnetzwerk „fitnetz“, das 2003 gegründet wurde, sind mittlerweile 55 Kindertagesstätten und Familienzentren aus dem Kreisgebiet angeschlossen. Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Michael Dörr erläuterte: „Einige dieser Einrichtungen sind von Anfang an Mitglied im Netzwerk. Allen Fitnetz-Einrichtungen ist gemeinsam, dass sie intensiv im Bereich der Gesundheitsförderung arbeiten, sei es am Thema Bewegung, Ernährung, Suchtprävention, Elternarbeit oder Mitarbeitergesundheit.“ In den vergangenen Jahren gab es weitere fitnetz-Interessenten, sieben Einrichtungen wurden seitdem ins Programm aufgenommen. Dörr sagte: „Das freut uns natürlich sehr und wir hoffen, dass auch künftig weitere Kindertagesstätten dem Netzwerk beitreten.“ Organisiert wurde die Fachtagung vom Arbeitskreis „Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten und Schulen“ – ein Arbeitskreis der Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter des Rhein-Kreises Neuss.