Der Austausch über den Umgang mit dem Fachkräftemangel und dem demografischen Wandel stand jetzt im Mittelpunkt des Besuchs einer Delegation aus Japan im Rhein-Kreis Neuss. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und Präsident Kenji Bando vom gastgebenden Unternehmen Kawasaki Robotics begrüßten die hochrangigen Regierungsmitarbeiter aus Fernost, die die vom Landtag und von der Kreiswirtschaftsförderung organisierte Reise angetreten hatten.
 
Die Besucher aus Japan interessierten sich auch dafür, wie ausländische Arbeitskräfte generell im Rhein-Kreis Neuss und im Speziellen bei Kawasaki einbezogen werden. Landrat Petrauschke betonte, dass die Integration ausländischer Fachkräfte „eine hohe Bedeutung“ für den Arbeitsmarkt im Rhein-Kreis Neuss hat. Das bestätigt auch der Anteil von gut 20 Prozent ausländischer Mitarbeiter bei Kawasaki Robotics am Neusser Standort. Die Wirtschaft fordere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, dass Arbeitskräfte aus dem Ausland rekrutiert werden, so Petrauschke. „Doch das ist nicht immer ganz einfach, denn die deutschen Vorgaben für die Ausübung eines Berufs entsprechen nicht immer unbedingt denen im Ausland“, betonte der Landrat. Das duale Ausbildungssystem sei schließlich nicht weltweit verbreitet. „Im Kontext der Integration ausländischer Fachkräfte spielt immer die interkulturelle Kompetenz eine Rolle, und die erreicht man durch Kommunikation und regelmäßigen Austausch“, hieß es.
 
Fachkräftemangel und demografischer Wandel sind auch für Kawasaki Robotics keine Fremdwörter. „Den Konkurrenzdruck im Bemühen um gute Mitarbeiter spüren wir. Wir setzen stark auf die interne Weiterbildung und die Förderung unserer Mitarbeiter, um unsere Attraktivität als Arbeitgeber zu stärken“, betonte Präsident Bando. Der demografische Wandel hat für Kawasaki Robotics aber auch noch einen anderen Effekt: Pflege-Roboter werden immer mehr in der Altenpflege eingesetzt. Für das Unternehmen eröffnet sich damit ein breites Geschäftsfeld, wie im Showroom deutlich wurde, wo es RoboterTechnik zum Anfassen gab.