Immer noch der Traumjob

Immer noch der Traumjob

34 junge Frauen und Männer haben ihre Ausbildung im Kfz-Handwerk des Rhein-Kreises Neuss erfolgreich abgeschlossen. Ihre Gesellenbriefe erhielten sie bei der feierlichen Lossprechung der Kfz-Innung im Autohaus Louis Dresen in Korschenbroich.

„Ursprünglich“, bekennt Jessica Sá Oliviera, „hatte ich keine Ahnung, was ich werden wollte“. Sicher war nur: Es sollte ein Handwerksberuf sein. „Ich habe mich früh für Technik interessiert, und Fachkräfte werden gesucht“, sagt die 23-Jährige. Beim „Girls’Day“ lernte sie die Arbeit in einer Autowerkstatt kennen. „Das hat mir gut gefallen – ich durfte dort sogar einen halben Ölwechsel machen“, erinnert sie sich. Die Neusserin machte Abitur und begann danach die Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin im VW-Autohaus Heinrich Breuer in Grevenbroich. Mit Franziska Matheisen war eine zweite junge Frau in ihrem Jahrgang. Beide bestanden jetzt die Gesellenprüfung. Das schaffte auch Kevin Schug, der seinen Beruf im Autohaus Louis Dresen in Neuss erlernte. „Es ist immer noch mein Traumjob“, strahlt der 22-Jährige, der schon früh Roller wartete und reparierte. „Das Schrauben, das Klima in der Werkstatt, der tolle Umgang der Kollegen untereinander – das alles begeistert mich“, sagt er. Das Kfz-Handwerk werde in den kommenden Jahren weitere technologische Innovationen erleben, sagte der stellvertretende Kreishandwerksmeister Wilhelm Prechters. Als Beispiele nannte er Elektromobilität, das Thema „Connectivity“ und autonomes Fahren. „Trends, die die Arbeitsabläufe der Branche nachhaltig verändern können, sind der 3D-Druck von Kleinteilen und Prototypen für Wartung und Reparatur“, fügte Prechters hinzu.

Das sah auch Obermeister Johannes Brester so, der die bisherigen Auszubildenden offiziell in den Gesellenstand erhob und ihnen gemeinsam mit dem Prüfungsausschuss-Vorsitzenden Helmut Birrewitz sowie den Lehrern Monika Matheisen und Jost Völker vom BBZ Grevenbroich die Gesellenbriefe und Abschlusszeugnisse überreichte. „Das Automobil wird sicher noch über Jahrzehnte die Mobilität der Menschen sicherstellen“, meinte Brester. Angesichts der „rasend schnellen“ Entwicklung in allen Bereichen der Kfz-Technik und Elektronik appellierte er an die jungen Gesellinnen und Gesellen: „Entscheiden Sie sich für die Zukunft und Weiterbildung. Die innovative Technik in unseren heutigen Kraftfahrzeugen lässt es nicht zu, dass man sich nicht weiterbildet. Denken Sie daran, Sie werden in den Betrieben gebraucht.“ Kevin Schug weiß das. Er wurde übernommen, möchte nun ein, zwei Jahre lang als Geselle arbeiten und sich danach zum Servicetechniker oder Meister qualifizieren. Und auch Jessica Sá Oliviera hat schon das nächste große Ziel im Blick: Im April beginnt sie mit der Meisterschule in Vollzeit.