Im Rhein-Kreis Neuss sind rund 120.000 Menschen in 370 Vereinen sportlich aktiv, davon annähernd 50.000 Kinder und Jugendliche. Sport fördert das Miteinander und insbesondere Teamsportarten tragen nachweislich zur Stärkung der Sozialkompetenz bei. Umso beunruhigender ist es, dass sich sportartenübergreifend die Berichte über Mobbing, Diskriminierung, rassistischen Beleidigungen und sogar sexuellen Missbrauch häufen – im Breiten- und Profisport. Der Verein „Athleten Deutschland“ spricht von einem strukturellen Problem und fordert die Stärkung von unabhängigen regionalen Beratungsstellen. Da eine solche Beratungsstelle im Kreisgebiet nicht existiert, haben die Kreistagsfraktionen von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und SPD eine Anfrage zur nächsten Sitzung des Sportausschusses am 14. September 2021 formuliert. Swenja Krüppel, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Rhein-Kreis Neuss und Sprecherin für Sport, Frauenpolitik und Inklusion, erklärt: „Wir begrüßen, dass der Schutz vor Gewalt, Missbrauch, Rassismus und Diskriminierung im Rhein-Kreis Neuss an Priorität gewinnt. Gleichwohl wünschen wir uns anzuerkennen, dass es sich um ein strukturelles Problem handelt. Daher ist es besonders wichtig, dass die Prävention sich nicht nur auf die schwerwiegenden Fälle bezieht, sondern auch an den missbrauchs- und diskriminierungsfördernden Strukturen gearbeitet wird. Bei der Erarbeitung eines Präventionskonzeptes sollten dem entsprechend die verschiedensten Perspektiven mit einbezogen werden und dann muss das Präventionskonzept natürlich auch in den Vereinen umgesetzt werden”, konkretisiert Swenja Krüppel.

Gewalt und Intoleranz im Sport sind auch für den sportpolitischen Sprecher der SPD-Kreistagsfraktion Detlev Zenk ein absolutes No-Go: „Gewalt, Missbrauch, Rassismus und Diskriminierung haben im Sport nichts zu suchen. Wir begrüßen daher die vielfältigen dagegen gerichteten Maßnahmen und Initiativen, die jetzt von der Sportverwaltung des Rhein-Kreises Neuss auf Anfrage von SPD und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN für die Sitzung des Sport- ausschusses zusammengefasst wurden.“ Hieraus lasse sich die Bedeutung des Themas erkennen. „Inwiefern ein konkreter Handlungsbedarf für den Rhein-Kreis Neuss besteht, werden die weiteren Beratungen zeigen“, so Zenk abschließend.