„Die Krise als Chance verstehen“. Was so leicht klingt, ist doch eine große Herausforderung. Dennoch haben die Akteure des Jugendhilfezentrums „Alte Feuerwache“ sich genau dieses Motto nun zu eigen gemacht und sowohl die eigene Struktur als auch personelle Situation in den vergangenen Monaten hinterfragt. „Die Pandemie hat mit Blick auf die Jugendarbeit zwei Sachen offenbart: Zum einen welch hohen Stellenwert und große Bedeutung bedarfsgerechte Angebote für junge Menschen und ihre Entwicklung haben. Zum anderen aber eben auch, wie wenig auskömmlich häufig die hier zur Verfügung stehenden Ressourcen sind und wo es vor allem an Personal mangelt“ fasst Christian Abels als Leiter der Kinder- und Jugendförderung die Sachlage zusammen. Schon zu den Sommerferien kam aus der Politik die Nachfrage, warum es keine coronagerechten Ferienangebote bspw. im Saal der Alten Feuerwache gebe.

Die Antwort lieferte Abels bereits im Jugendhilfeausschuss: „Kein Personal.“ Doch wollten es die Fachkräfte des historischen Backsteinbaus nicht darauf beruhen lassen und haben Gespräche mit Politik, Verwaltung und Fördergebern gesucht und können nun Erfolg melden. Konkret geht es um fünf Vollzeitstellen, von denen drei direkt im Jugendhilfezentrum an der Schlossstraße und zwei im neuen Familienbüro in der Fußgängerzone (Breitestr. 15) vorgesehen sind. Die im Sommer vom Stadtrat einstimmig beschlossene Anlaufstelle für Familien soll im ersten Quartal 2021 eröffnen und von zwei pädagogischen Fachkräften geführt werden, eine sozialpädagogische Leitung sowie eine Erzieherin zur Schaffung familiengerechter Angebote. Bürgermeister Klaus Krützen zeigt sich merklich begeistert von der bisherigen Konzeption: „Das ausgemachte Ladenlokal bietet optimale Voraussetzungen für das neue Familienbüro: Zentral gelegen, barrierefrei, einladender Charakter.“ Er ergänzt: „Wir planen derzeit mit 36 Öffnungsstunden plus Programm am Wochenende. Besonders auch der Sonntag soll als neuer Familientag mit zahlreichen Angeboten versehen und so im Stadtgebiet etabliert werden. Darauf können sich die Familien in und um Grevenbroich jetzt schon freuen.“ Über den Erfolg freut sich auch Heike Troles als Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses: „In jeder neuen Schutzverordnung der vergangenen Monate haben wir als Land NRW der Jugendarbeit einen besonderen Stellenwert eingeräumt. Ich freue mich außerordentlich, dass wir in der Alten Feuerwache nun auch personell nachsteuern und Qualität und Breite der Angebote ausbauen können.“

Aber auch die klassische Kinder- und Jugendförderung soll von den neuen Ausschreibungen, die sich in Teilen aus Nachbesetzungen zuletzt vakanter Stellen bündeln, profitieren. So wird im Ausblick auf die angedachte Umstrukturierung zur gemeinnützigen GmbH eine pädagogische Leitung gesucht, die vor allem das breitschichtige Trägernetzwerk koordinieren und pädagogisch begleiten soll. Ergänzt wird diese um Tätigkeiten in den Bereichen Kinder- und Jugendbeteiligung, politische Jugendbildung sowie kulturelle Jugendarbeit. „Bei letzterer haben wir gute Aussichten auf eine große Förderung über „Neustart Kultur“, ein Projekt der Bundesregierung zur Wiederbelebung kulturellen Lebens“, berichtet Sabrina Hinterlang als kaufmännische Leitung. Ihre Stelle hatte der Trägerverein bereits vor kurzem neu geschaffen und aus Eigenmitteln finanziert. „Der Dreiklang aus Eigenmitteln, einer kommunalen Förderung sowie von uns akquirierter Drittmittel kann künftig sowohl beim Familienbüro als auch bei zahlreichen weiteren Projekten die gewinnbringende Formel sein“ so Hinterlang weiter.

Alle Stellenausschreibungen in der Übersicht sowie als Download findet man auf der Homepage der Alten Feuerwache: www.altefeuerwache-gv.de/jobs

Bewerbungen sind bis zum 20. Dezember 2020 möglich.