Der Rhein-Kreis Neuss unterstützt seinen polnischen Partnerkreis Mikolow bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus dem ukrainischen Kriegsgebiet. Bereits unmittelbar nach der russischen Invasion hatte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke seinen Amtskollegen Miroslaw Duzy angeschrieben und Hilfe angeboten. Jetzt gingen jeweils 100 Feldbetten und Schlafsäcke auf die Reise nach Osten.

„Mit großer Sorge beobachten wir die derzeitigen weltpolitischen Entwicklungen, die der schreckliche Angriffskrieg auf die Ukraine hervorgerufen hat. In einer solchen Lage ist die Aufnahme von Flüchtlingen, die Schutz vor den furchtbaren Ereignissen bei ihren europäischen Freunden suchen, für uns alle selbstverständlich. Polen ist schließlich mit seiner unmittelbaren Nähe zur Ukraine als Nachbarland die erste Anlaufstation der geflüchteten Menschen“, so Petrauschke. Die Partnerschaft zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Mikolow sei geprägt von Freundschaft – „und Freunde stehen einander bei, helfen einander, unterstützen sich gegenseitig“.

Die Lage in Mikolow, das unmittelbar an einer Hauptstraße vom ukrainischen Lemberg (Lwiw) in den Westen liegt, hatte Duzy in seinem Antwortschreiben an den Landrat so beschrieben: „Der Kreis Mikolow beteiligt sich an der Hilfe, das heißt der Organisation von Unterkunft, Verpflegung, Rechtsschutz und medizinischer Versorgung. Leider reichen unsere Kräfte nicht so aus, wie wir es gerne hätten… Unser Kreis und unsere Einwohner helfen so viel sie können.“

Jetzt hilft auch der Rhein-Kreis Neuss. Das Technische Hilfswerk in Grevenbroich um seinen Ortsbeauftragten Jürgen Diekmann stellt 100 Feldbetten bereit, die der Kreis auf seine Kosten ersetzen wird. Außerdem hat der Kreis in verschiedenen Geschäften 100 Schlafsäcke gekauft. Nach Polen transportiert wird die Ladung von der Spedition Dachser, deren Neusser Niederlassungsleiter Stefan Behrendt zuvor seine kostenlose Hilfe angeboten hatte. „Wir möchten den geflüchteten Menschen gemeinsam beistehen und beweisen, dass Solidarität und Zusammenhalt stets mächtiger sind als Hass und Krieg“, hieß es beim Verladen der Spenden.