Landrat Hans-Jürgen Petrauschke hat zum Auftakt des neuen Schuljahres am Berufsbildungszentrum des Rhein-Kreises Neuss in Grevenbroich eine PIA-Klasse im zweiten Ausbildungsjahr besucht. Die Abkürzung PIA steht für Praxisintegrierte Erzieherausbildung – ein Modell, das am Grevenbroicher BBZ seit 2018 erfolgreich läuft.

Insgesamt 86 Schülerinnen und Schüler zählen die PIA-Klassen am BBZ. Im Unterschied zur klassischen Ausbildungsform finden für sie Schulunterricht und praktische Anleitung in der Kindertagesstätte durchgehend parallel statt. So gehen die Fachschüler über den gesamten Ausbildungszeitraum an zwei bis drei Tagen in die Schule und die übrige Zeit in eine sozialpädagogische Einrichtung.

Für Landrat Petrauschke ist die PIA-Ausbildung am BBZ Grevenbroich eine wichtige Erweiterung des Bildungsangebots: „Wir wollen weiter gemeinsam mit den Kommunen handeln, um dem Fachkräftemangel in den Kindertagesstätten zu begegnen“, erklärt Petrauschke. Darüber, dass die Einrichtung von PIA bisher sehr erfolgreich war, freut sich mit dem Landrat auch Michael Heesch, Erster Beigeordneter und Dezernent für Schule und Bildung der Stadt Grevenbroich, die Kooperationspartner der Erzieher-Ausbildung ist. „Es zeigt sich, dass es gut war, dass die Stadt gemeinsam mit dem Kreis die Initiative dafür ergriffen und sie vorangetrieben hat“, so Heesch.

Gerade jetzt in Corona-Zeiten, betont Landrat Petrauschke, werde besonders deutlich, wie groß der Bedarf nach Fachkräften im Erziehungsbereich sei, aber auch in der Pflege und im Handwerk. “In diesen Bereichen sind noch Ausbildungsplätze frei und damit berufliche Perspektiven offen, und ich möchte jungen Menschen ans Herz legen, sich auch hier zu bewerben.”

Wie Dr. Jörg Kazmierczak, Leiter des BBZ Grevenbroich erläutert, kann seine Schule aktuell drei Wege zum Erzieherberuf anbieten: “Neben der klassischen Ausbildungsform und der PIA-Variante gibt es bei uns auch das Berufliche Gymnasium, das die Erzieherausbildung mit dem Erwerb des Abiturs verbindet.”