Seit Beginn der Corona-Pandemie ist im Grevenbroicher Kreishaus nichts mehr wie vorher. Wer den Schulungsraum in der Kreisverwaltung betritt, hört ständig leises Gemurmel: Bis zu sechs Ärzte und Arzthelferinnen und weitere Mitarbeiter des Gesundheitsamtes telefonieren hier gleichzeitig. Sie vergeben Termine für einen Corona-Test, beraten Ärzte und haben einen Blick auf die Ergebnisse, die aus den Laboren kommen.

Insgesamt 12 Mitarbeiter gehören derzeit zu dem Ärzteteam unter der Leitung von Barbara Albrecht. „Wir arbeiten seit über einem Monat unter Hochdruck“, berichtet die Medizinerin, und das jeden Tag in der Woche, auch am Wochenende. Dabei nimmt die Arbeit von Tag zu Tag zu.“ Priorität eins haben die Laborergebnisse, die häufig erst abends eintrudeln. Besondere Eile ist bei sensiblen Gruppen wie Mitarbeitern aus Arztpraxen, Krankenhäusern oder Altenheimen geboten. Deshalb haben Barbara Albrecht und ihre Kollegin Sabrina Brandt auch nach Feierabend die Testergebnisse im Blick. Unter sofortige Quarantäne kommen sowohl die Personen mit einem positiven Test als auch deren Kontaktpersonen. Darum kümmern sich wiederum Kollegen vom Ermittlerteam. Nicht jeder, der nach einem Test fragt, kann getestet werden. Einzelne Hausärzte testen selbst; oder sie melden – wenn dies nicht möglich ist – ihre Patienten per Fax beim Kreis-Gesundheitsamt für den Test an. „Am besten melden sich Menschen mit Corona-Symptomen, die sich testen lassen wollen, zunächst bei ihrem Hausarzt“, sagt Barbara Albrecht. Sie sollten diesen zunächst telefonisch um Rat bitten und die Arztpraxis nur mit Anmeldung aufsuchen. In Einzelfällen führen die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes auch mobile Tests bei Patienten zum Beispiel in Pflegeheimen durch.

Häufig fragen Bürger an der Hotline des Kreis-Gesundheitsamtes, ob sie sich testen lassen können. Dort werden sie erfasst; im Anschluss entscheiden Ärzte, bei welchen Personen ein Test sinnvoll ist. Barbara Albrecht erklärt: „Getestet werden kann nur unter bestimmten Voraussetzungen. Und zwar in begründeten Verdachtsfällen – nämlich dann, wenn die Betroffenen typische Symptome aufweisen und Kontakt mit einem nachweislich Infizierten hatten oder Symptome haben und zu einer Risikogruppe gehören“, erläutert die Ärztin. „Dabei richten wir uns nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts und nach den Entscheidungen unseres Krisenstabs.“ Landrat Hans-Jürgen Petrauschke betont: „Der höchstmögliche Schutz der Kreisbevölkerung ist unsere zentrale Aufgabe. Dafür arbeiten unsere Mitarbeiter in diesen Wochen mit großem persönlichen Engagement und hoher Professionalität.“ Er fügt hinzu, dass es wichtig sei, so viel wie möglich zu testen. Deshalb habe der Kreis die Kapazitäten in den Testzentren in Neuss und Grevenbroich in den letzten Tagen und Wochen deutlich erweitert. Bis zu 1 300 Tests werden ab sofort pro Woche durchgeführt. Der Rhein-Kreis Neuss betreibt die beiden Testzentren in Kooperation mit den Kommunen, den niedergelassenen Ärzten, der kassenärztlichen Vereinigung und dem DRK, Kreisverband Neuss.

Fragen rund um das Thema Corona werden auf der Homepage des Rhein-Kreises Neuss unter www.rhein-kreis-neuss.de/corona beantwortet. Darüber hinaus können Anrufer wichtige Fragen bei der kostenlosen Hotline des Kreis-Gesundheitsamtes unter der Telefonnummer 02181-601777 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 bis 18 Uhr stellen.