Drei Abiturienten profitieren in diesem Jahr vom Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss. Selin Ecem Altinkaya und Sayed Rafi Hossaini-Kunt aus Meerbusch sowie Mahdieh Zad Jahangier Doshanloo aus Dormagen erhalten ab Oktober ein Hochschul-Stipendium in Höhe von jeweils 300 Euro monatlich. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der den Abiturienten zusammen mit Kreisdezernent Tillmann Lonnes und Projektleiterin Eva Schmitt-Roth gratulierte, sagte: „Wir freuen uns, dass wir Sie mit diesem Stipendium unterstützen können, damit Sie engagiert in Ihr Studium starten können.“ Seit 12 Jahren unterstützt der Rhein-Kreis Neuss erfolgreiche und sozial engagierte Migranten, die im Alter von mindestens sechs Jahren ohne deutsche Staatsbürgerschaft mit ihren Familien nach Deutschland eingewandert sind und seit mindestens drei Jahren im Rhein-Kreis Neuss leben. Selin Ecem Altinkaya aus der Türkei ist erst seit 2017 in Deutschland zuhause und erlernte in Rekordzeit sehr gutes Deutsch. Die Meerbuscherin erreichte am Mataré-Gymnasium in Meerbusch einen Notendurchschnitt von 1,6. Ihr Traum ist ein Jura-Studium in Münster. „Ich würde mich sehr freuen, wenn das klappt“, sagt sie.

Sayed Rafi Hossaini-Kunt lebt seit 2015 in Meerbusch. Der junge Iraner verlor seine Eltern auf der Flucht und fand mit Gülsüm Kunt eine engagierte Frau, die ihn adoptierte. Der 20-Jährige absolvierte sein Abitur mit der Note von 2,5 am Berufsbildungszentrum Weingartstraße in Neuss. Für ihn steht fest, dass er Medizintechnik studieren will. „Bei diesem Studium kann ich meine Interessen für das Ingenieurswesen und für die Medizin sehr gut verbinden“, berichtet er. Mahdieh Zad Jahangier Doshanloo aus Dormagen kam 2009 aus dem Iran nach Deutschland. Sie schloss ihr Abitur am Leibniz-Gymnasium in Dormagen mit der Note 1,5 ab und will Finanzmathematik in Düsseldorf studieren. Mit diesem Abschluss könnte sie später in der Versicherungsbranche arbeiten. Stolz sind ihre Mutter Daman Darya Doshanloo und ihre Lehrerin Nicole Kassanke: „Wir sind so froh, dass Mahdieh dieses Stipendium bekommt, sie hat es wirklich verdient“, sind sie sich einig. Die 18-Jährige hat sich in den Bereichen Musik und Theater an ihrer Schule engagiert und bereits mehrere Praktika gemacht, um verschiedene Berufsfelder kennenzulernen. Kreisdezernent Tillmann Lonnes betont, dass der Rhein-Kreis Neuss sein Migranten-Stipendium als wichtigen Baustein für nachhaltig wirkende Integrationsarbeit sieht. Ebenso wie die bisherigen Stipendiaten werden auch die drei Abiturienten aus Meerbusch und Dormagen regelmäßig in Schulen im Rhein-Kreis Neuss zu Besuch sein. Mit der Schilderung ihres Werdegangs sollen sie künftige Abiturienten mit Migrationshintergrund motivieren.

Eine Experten-Jury entscheidet über das Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss. Zu dieser Kommission gehören Rainer Schmitz (Vorsitzender des Schulausschusses), Tillmann Lonnes (Dezernent für Schule und Kultur beim Rhein-Kreis Neuss), Natalia Lüdtke (Kommunales Integrationszentrum),  Annette Anner (Schulrätin), Elsbeth Faber (Schulleiterin der Gesamtschule An der Erft in Neuss), Frank Huber (BBZ Weingartstraße) und Ulrich Dauben (Leiter des Quirinus-Gymnasiums in Neuss). Beraten wird das Gremium von Eva Schmitt-Roth, Projektleiterin „Migranten-Stipendium“ beim Rhein-Kreis Neuss.