Irren ist bekannterweise menschlich. Wie sehr man sich ab und an auf dem Holzweg befinden kann, belegt die Aussage eines ehemaligen Bürgermeisters der Stadt Grevenbroich. Er nannte die Königstreuen einst eine „Selbsthilfe-Gruppe für ehemalige Schützenkönige“. Die Sache würde sich schnell wieder erledigen. Auf zwei Jahrzehnte zurückgeblickt, würde die Aussage wohl schleunigst revidiert werden.

Die Königstreuen (das sind 13 ehemalige Schützenkönige aus dem Grevenbroicher Stadtgebiet) bestehen nunmehr 20 Jahre und das, obwohl sie nicht mal eine Vereinssatzung haben. Ein Gründungsziel war und ist es heute noch die Pflege der Gemeinschaft in einem geselligen Rahmen – wobei auch die Königstreuen Frauen gleichermaßen integriert sind. Zweimal jährlich findet eine Versammlung statt. In den Wonnemonat Mai wird üblicherweise das Zugkönigsschießen in Mühlrath gelegt und im Frühjahr der neue Zugkönig gekrönt. Dem jeweiligen Zugkönig wird die Ehre zuteil, dass die Königstreuen in der jeweiligen Uniform des Zugkönigs bei „seinem“ Festzug mit marschieren. So sind die Königstreuen schon als Sappeure, Grenadiere, mit Schwalbenschwanz, als Hubertusschützen, schwarze Husaren und auch als Grenadieroffiziere in den Umzügen der jeweiligen Ortsteilen in unserer Heimatstadt Grevenbroich zu sehen gewesen.

Einmal im Jahr hat der amtierende Zugkönig die Aufgabe, einen Tagesausflug für die Gemeinschaft zu organisieren. Für das diesjährige Jubiläum war ursprünglich eine Zweitagesfahrt an den Niederrhein geplant. Diese musste jedoch aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Sie soll im kommenden Jahr nachgeholt werden. Der „Geburtstag“ wird in kleiner Runde Mitte August gefeiert.