Im Rhein-Kreis Neuss wird der interreligiöse Dialog verstärkt gefördert. Julia Wasmeier vom Kommunalen Integrationszentrum und Ruth Pfarrherr-Lippe vom Caritas-Fachdienst für Integration haben dazu gemeinsam ein zweitägiges Seminarkonzept entwickelt. Es soll den Austausch zwischen Menschen verschiedener religiöser und kultureller Hintergrunde mit und ohne Einwanderungsgeschichte unterstützen.

„Gerade in Zeiten, in denen gern übereinander und nicht miteinander geredet wird, und vor dem Hintergrund religiös motivierter Gewalttaten rückt der interreligiöse und interkulturelle Dialog mehr und mehr in den Vordergrund. Umso wichtiger ist es, die gegenseitige Toleranz sowie das friedliche Zusammenleben der Religionen in unserer demokratischen Gesellschaft zu fördern“, betont Kreisdirektor Dirk Brügge.

Im Rahmen des Seminarkonzepts „Interreligiöser Dialog“ wurden erstmals 14 der ehrenamtlichen Sprachhelferinnen und Sprachhelfer des Rhein-Kreises Neuss geschult, die großes Interesse an dem vielschichtigen Thema hatten. Die Ehrenamtlichen unterstützen unter anderem Elterngespräche in Schulen oder Termine bei Beratungsstellen, damit die Verständigung zwischen (neu-) eingewanderten Menschen und Fachkräften barrierefrei gestaltet werden kann.

Das Hauptaugenmerk der Schulung galt den drei Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam sowie deren Entwicklung, Riten und Feste. Dabei wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einerseits zum offenen Dialog eingeladen, um mehr über konkrete Inhalte, Werte und Vorstellungen zu erfahren. Andererseits machten sie sich auf die Suche nach den Gemeinsamkeiten und verbindenden Anknüpfungspunkten zwischen den Religionen.

Wasmeier und Pfarrherr-Lippe hatten zuvor die Fortbildung „Interreligiöse Kompetenz“ beim Bildungswerk der Erzdiözese Köln absolviert. Unterstützung erhielten sie von Dr. Natalia Tilton, die einen Seminarteil zur interkulturellen Sensibilisierung bei der Übersetzung beitrug.