Zur Feier des 25-jährigen Bestehens der Partnerschaft zwischen dem Rhein-Kreis Neuss und dem Kreis Mikołów in Schlesien besuchte jetzt eine polnische Delegation unter Führung von Landrat Mirosław Duży Zons. Dort hatten die örtlichen Kultur- und Heimatfreunde ein vielseitiges Programm vorbereitet. Auf ihre Bitte überreichte Bundestagsabgeordneter Hermann Gröhe Duży die Kopie des Sakramentars von Tyniec, einer reich bebilderten Prachthandschrift aus dem elften Jahrhundert, deren Original im Museum in Krakau zu sehen ist.

„Nachtwächter“ Karl-Heinz Stumps hatte die frohe Runde zuvor bei sonnigem Herbstwetter am Denkmal des Zonser Stadtgründers, Erzbischof und Kurfürst Friedrich von Saarwerden, abgeholt und auf dem Weg zum Erweiterungsbau des Kreisarchivs die Geschichte der Zollfeste erläutert. Im Garten hinter dem Archiv wässerten Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und sein polnischer Amtskollege den sogenannten Partnerschaftsbaum und enthüllten gemeinsam mit Schützenkönigin Regine Prause eine Gedenktafel an Königin Richeza.

Die polnische Königin, geboren um 995 und gestorben am 21. März 1063, hatte zu ihren Lebzeiten einen Bezug zu der im Mittelalter gegründeten Stadt Zons. Der Kölner Erzbischof Anno II. vertraute ihr dort unter anderem die Bewirtschaftung und den Ausbau seines Fronhofs an. Ihre Ehe mit König Mieszko II. gilt auch heute noch als das erste Zeichen für ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Polen und Deutschen.