Auch wenn noch nicht alle Verträge unterzeichnet sind: „Das Familienbüro kommt“ strahlt Jugenddezernent Michael Heesch bei der Vorstellung des Projektes Familienbüro. Durchaus als „großen Wurf“ könne man das bezeichnen, was sein Jugendbereich in Zusammenarbeit mit der Alten Feuerwache da entwickelt habe. „In weniger als vier Monaten ist es gelungen, die bisherigen Ideen zum Thema Familienbüro zu bündeln, in ein schlüssiges pädagogisches Konzept zu gießen, einen passenden Standort zu finden und hierfür eine ansprechende Gestaltung zu entwickeln“ führt Heesch sichtlich begeistert aus.

Ausschlaggebend für die jetzige Umsetzung war eine Landesförderung aus dem Projekt „kinderstark – NRW schafft Chancen“. 41.609,- € hatte das Land Nordrhein-Westfalen in Aussicht gestellt bei einer Errichtung des bis dato nur auf dem Papier bestehenden Familienbüros. „Das war für uns der Dosenöffner“ berichten Birgit Schikora als Jugendamtsleitung und Fachdienstleiter Christian Abels über die Entstehungsgeschichte. „Die Motivation ein Familienbüro für Grevenbroich zu entwickeln war von Anfang an ausgesprochen hoch“ führt Abels weiter aus, der mit seinem Team in der Alten Feuerwache die Verantwortung über das Projekt übernommen hat.

Die nun erfolgende Realisierung stößt auch bei Ratsfrau Heike Troles nicht nur als Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses sondern auch als Landtagsabgeordnete auf große Freude: „Genau das ist unser Ansatz. Die Landesförderungen sollen die Lebenswelten junger Menschen und Familien verbessern und anregen, genau solche Projekte vor Ort umzusetzen.“ Spürbar gut im Thema ergänzt Troles: „Familienbüros bieten Orientierung, schaffen Transparenz und vereinfachen Zugänge. Sie sind eine gute Möglichkeit, die Herausforderungen für eine kommunale Familienpolitik zu bewältigen. Ich bin begeistert, dass wir ein solches nun für unsere Stadt entwickeln können“. Ausgemachte Räumlichkeit für das neue Familienbüro der Schlossstadt ist das über 300 m² große Ladenlokal auf der Breitestr. 15 (ehemals Herrenmode Schlangen). „Die zentrale Lage, eine vorhandene Barrierefreiheit, die große Schaufensterfront und eine ansprechende Größe mit Gestaltungsmöglichkeiten waren entscheidende Kriterien für diesen Standort“ erläutert Rieke Termath vom Team der Alten Feuerwache, warum es genau diese Immobilie sein sollte. „Von Anfang an sind wir auch bei der Eigentümerin auf Überzeugung von der Sinnhaftigkeit dieser Idee gestoßen und dankbar, dass das alles so jetzt klappt“ blickt Termath auf den bisherigen Prozess zurück.

Das Familienbüro der Stadt Grevenbroich soll der neue zentrale Anlaufpunkt für Kinder, Eltern und Familien sein. Unter dem Leitbild “beraten, begleiten, begegnen” sind die Mitarbeitenden des Familienbüros Ansprechpersonen und Lotsen rund um das Thema Familien und starkes chancengerechtes Aufwachsen in Grevenbroich. Informationen und Hilfestellung zu Kindertagesbetreuung, Elternbeiträgen, zur kindlichen Entwicklung und Erziehung, Leistungen des Jugendamtes, Angeboten der Jugendhilfeträger und Vereinen u.a. aus den Bereich Bildung, Jugend, Sport, Musik und Kultur sollen hierbei zentral gebündelt werden. „In liebevoll gestalteter Umgebung werden wir hier im Herzen der Stadt ein Netzwerk schaffen, das die verschiedenen Angebote zusammenführt und die Familien einladen, auch an unserem eigens für das Familienbüro entwickeltem Programm teilzunehmen“ stellt Abels klar, dessen Verein Alte Feuerwache Grevenbroich e.V. als anerkannter Jugendhilfeträger vom Rat der Stadt Grevenbroich mit der Umsetzung beauftragt wurde. Hierfür soll neben einem schönen Spielbereich für Kinder auch ein eigener Kursraum zur Verfügung stehen und das eine oder andere leckere Getränk gereicht werden.

„Familien stärker in den Fokus zu rücken, sie zu fördern, ihnen mehr Angebote zu machen und auf bestehende Hilfeformen zu verweisen“ müsse das Ziel der kommenden Jahre sein ergänzt Bürgermeisterkandidat Heesch zur Erläuterung des Projektvorhabens. Mit dem Familienbüro scheint man hier auf einem guten Weg zu sein.