Das Kataster- und Vermessungsamt des Rhein-Kreises Neuss startet mit einem neuen Geoportal ins Jahr 2021. Am 6. Januar wird der Soft- und Hardware-Wechsel vorgenommen. Exakt vier Jahre ist es her, dass dieses öffentlich zugängliche Angebot in Betrieb ging. Dadurch bekommen Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter von Wirtschaft und Verwaltung Zugriff auf digitale Fakten, denen auf der Erdoberfläche eine bestimmte räumliche Lage zugewiesen werden kann, sogenannte Geodaten. Neben der geografischen Lage und Form, beispielsweise von Naturschutzgebieten, sind auch Informationen über einzelne Objekte verfügbar.

„Damals hochmodern und eines der ersten Geoportale im kommunalen Bereich, das den Normen und Vorgaben der Europäischen Union entsprach, sind mittlerweile die Grenzen der genutzten Software ausgereizt. Es wurde daher Zeit für eine Erneuerung“, betont Kreisdezernent Harald Vieten. Ziel war es, die Bedienfreundlichkeit zu erhöhen und dem geänderten (mobilen) Nutzerverhalten – weg vom Desktop, hin zu Tablet und Smartphone – Rechnung zu tragen. Zudem sollte das neue Geoportal entwicklungsfähig und flexibel an die künftigen Anforderungen anpassbar sein.

Die Entscheidung fiel schließlich auf das sogenannte Masterportal, ein ursprünglich vom Hamburger Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung entwickeltes Projekt, das Kommunen und Landkreisen als Open-Source-Lösung lizenzkostenfrei zur Verfügung gestellt wird. „Durch den Beitritt in eine schnell wachsende Gemeinschaft aus bisher rund 30 Anwendern aus ganz Deutschland und darüber hinaus unterstützen wir in enger Zusammenarbeit mit unserem kommunalen Rechenzentrum ITK Rheinland nicht nur die langfristige Weiterentwicklung des Portals, sondern auch eine solide Basis der Geoinformationsstrategie für alle kreisangehörigen Kommunen“, erläutert Michael Fielenbach, der Leiter des Kataster- und Vermessungsamtes. Dadurch sei man in der Lage, eigene Anforderungen zu formulieren und umzusetzen.

Mit dem Systemwechsel konnten bereits weitere Geodaten eingebunden werden, unter anderem die Denkmalinformationen von sechs kreisangehörigen Kommunen. Das Geoportal soll als zentrale Vermittlungsstelle zwischen Nutzern und Anbietern von Geodaten im Rhein-Kreis Neuss kontinuierlich ausgebaut werden. Mit dem neuen Produkt können jetzt auch themenbezogene Fachportale mit erweiterten Funktionen aufgebaut werden, zum Beispiel im Bereich Schulen oder Senioren. Entsprechende Anfragen nach solchen Angeboten wurden bereits ans zuständige Amt herangetragen. Diese Entwicklung ist einer der Bausteine in der Digitalstrategie des Rhein-Kreises Neuss.