Neun junge Metallbauer feierten, gemeinsam mit der Metall-Innung Rhein-Kreis Neuss, ihre erfolgreich abgeschlossene Ausbildung.

Es sind immer die gleichen Worte, aber sie verlieren nichts an Bedeutung, so oft sie auch gesprochen werden. Denn jeder, der sie hört, steht an einem neuen Lebensabschnitt. So war es auch diesmal für die neun bisherigen Auszubildenden im Metallbau, Fachrichtung Konstruktionstechnik. „Kraft meines Amtes als Obermeister spreche ich Sie von den Pflichten des Lehrvertrages los und erhebe Sie in den Gesellenstand. Herzlich willkommen in unserer Handwerkerschaft“ – mit dieser traditionellen Formel zauberte Thomas Packroff, der Obermeister der Metall-Innung Rhein-Kreis Neuss, ein strahlendes Lächeln in die Gesichter der neun jungen Männer, die ihre Gesellenprüfung mit Erfolg abgelegt hatten.

Thomas Packroff sprach davon, dass die dreieinhalbjährige Lehrzeit sicher nicht immer eine einfache Zeit gewesen sei. „Sie werden sicherlich mal geflucht und auch gezweifelt haben. Aber sie haben durchgehalten und sind von den Betrieben und deren Altgesellen weiter gefordert und gefördert worden. Durch die tägliche Arbeit haben Sie die Praxis erlernt und sich immer wieder neuen Anforderungen gestellt“, lobte der Obermeister. Der Beruf des Metallbauers biete viele Möglichkeiten und viel Potenzial. Der Obermeister appellierte an die neuen Gesellen, nicht stehen zu bleiben, sondern sich weiterzuentwickeln. Die Fortbildung in den verschiedenen Bereichen sei breit gefächert. „Nutzen Sie den Fachkräftemangel. Er ist ein guter Boden. Sie haben es selbst in der Hand“, gab Packroff den Gesellen mit auf den Weg.

Auch Landrat Hans-Jürgen Petrauschke wies auf die Weiterbildung hin. „Es ist viel wert, wenn man sein Fach versteht. Ich bin immer froh, wenn junge Menschen die Zukunft meistern wollen. Und da steckt das Wörtchen Meister drin“, sagte Hans-Jürgen Petrauschke. Eine gute Ausbildung sei der erste Schritt auf der Karriereleiter, und den hätten alle mit Bravour gemeistert. Nun gehe es weiter, fügte der Landrat an. Er ermutigte die jungen Handwerker auch, sich ehrenamtlich einzubringen: Dieses Engagement halte die Gesellschaft zusammen.

Viele der jungen Gesellen wollen nun zunächst einmal Berufserfahrung sammeln und dann weitersehen. „Auf jeden Fall will ich weitere Fortbildung nutzen“, sagte Onay Tüvekci, der von seinem Ausbildungsbetrieb übernommen wurde. Das strebt auch Philipp Nüllen an. „Es ist ein Beruf, der viel Abwechslung bringt und mir viel Freude macht. Da macht Weiterlernen auch Spaß“, bemerkte der 20-Jährige.

Die lang ersehnten Gesellenbriefe erhielten die Metallbauer aus der Hand von Thomas Bachmann, dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses. Generell könne das Handwerk einen positiven Trend verzeichnen, hieß es. Die Zahl der Ausbildungsverträge sei um acht Prozent gestiegen. Das Handwerk in seiner Vielschichtigkeit mit einer großen Zahl von Weiterbildungsmöglichkeiten werde von den Schulabgängern wieder als attraktiv angesehen. Bei den Metallbauern spiegelt sich dies ebenfalls wider: Die nächste Abschlussklasse 2020/21 zählt aktuell 15 Azubis, die auf die Prüfungen zugehen.