Ein 70- und ein 80-jähriger Mann – beide aus Neuss – sind an den Folgen einer Erkrankung mit dem Coronavirus verstorben. Damit steigt die Zahl der Todesopfer kreisweit auf 62. Im Rhein-Kreis Neuss ist aktuell bei 994 Personen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Hiervon befinden sich 65 in einem Krankenhaus. Kreisweit 3 949 Personen sind wieder von der Infektion genesen.

Von den derzeit mit dem Virus infizierten Personen wohnen 440 in Neuss, 129 in Grevenbroich, 126 in Dormagen, 89 in Kaarst, 81 in Meerbusch, 63 in Rommerskirchen, 39 in Jüchen und 27 in Korschenbroich.

Der 7-Tage-Inzidenz-Wert des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG) liegt aktuell für den Rhein-Kreis Neuss bei 126,6. Insgesamt wurden im Rhein-Kreis Neuss seit Pandemie-Beginn 5 005 Infektionen mit dem Coronavirus bestätigt. Zurzeit sind 3 511 Personen als begründete Verdachtsfälle auf Empfehlung des Kreis-Gesundheitsamtes durch die jeweilige Stadt in Quarantäne gesetzt.

Im Corona-Testzentrum Neuss sowie durch die mobilen Testteams sind in der vergangenen Woche 1 884 Testungen vorgenommen worden, in der Vorwoche waren es 1 717. Seit dem 11. März wurden hier sowie im Testzentrum Grevenbroich insgesamt 30 134 Testungen durchgeführt, von denen bislang 2 279 positiv waren. Die Zahlen umfassen nicht die Testungen in Arztpraxen und Krankenhäusern im Kreisgebiet sowie von Reiserückkehrern an Flughäfen oder Grenzstationen. Das Corona-Testzentrum Grevenbroich ist nach einem Einbruch sowie einem Brand momentan geschlossen. Die dort vorgesehenen Testungen werden im Testzentrum Neuss durchgeführt. Hier stehen weiterhin ausreichend Kapazitäten zur Verfügung.

Bei einer prophylaktischen Testung aller Bewohner des Memoryzentrums in Neuss wurde bei acht Personen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die WTG-Behörde hat für die Einrichtung einen Aufnahmestopp verhängt. Besuche sind nur bei nicht infizierten Bewohnern und dann unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen möglich. Zudem sind die Bewohner und das Personal auf die einzelnen Wohnbereiche separiert.

Nachdem im Kita-Personal an der Danziger Straße in Korschenbroich insgesamt neun bestätigte Corona-Infektionen festgestellt worden sind, kann der Kita-Betrieb dort nicht aufrechterhalten werden. Die Kita „Kleine Strolche“ in Grevenbroich-Frimmersdorf muss ebenfalls ihren Betrieb einstellen, weil wegen der Infektion einer Mitarbeiterin eine Gruppe, Kinder der Früh und Spätschicht und zehn weitere Mitarbeiter unter Quarantäne stehen. Am Berufsbildungszentrum-Weingartstraße in Neuss musste wegen eines mit Corona infizierten Schülers für eine Klasse Quarantäne angeordnet werden.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke appelliert, sich strikt an die Corona-Regeln zu halten und Kontakte weiterstmöglich zu minimieren: „Unser aller Verhalten entscheidet, wie stark und wie schnell sich das Corona-Virus ausbreitet und wann Beschränkungen wieder gelockert werden können.“ Es gehe jetzt nicht so sehr um die Frage, was alles noch möglich ist, sondern vorrangig darum, Kontakte außerhalb der eigenen Familie deutlich zu verringern und auch nicht Treffen aus dem öffentlichen Raum in die private Wohnung zu verlagern.

Zudem bittet der Landrat, Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen. „Halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand, achten Sie auf Handhygiene, tragen Sie eine Alltagsmaske, wenn ein ausreichender Abstand nicht gewährleistet werden kann und lüften Sie regelmäßig in geschlossenen Räumen. Es gilt jetzt, so wenig Kontakte wie möglich zu haben und in Solidarität gemeinsam gegen die Ausbreitung des Coronavirus anzugehen“, so Petrauschke.

Für wichtige Fragen hat das Kreis-Gesundheitsamt unter der Telefonnummer 02181/601-7777 eine Hotline eingerichtet. Diese ist montags bis freitags von 8 – 18 Uhr und am Wochenende von 10 – 18 Uhr erreichbar. Aktuelle Informationen und weitere Statistiken finden sich auf der Kreis-Homepage unter www.rhein-kreis-neuss.de/corona.