Eine 85-jährige Frau aus Neuss ist an den Folgen einer Erkrankung mit dem Coronavirus verstorben. Damit steigt die Zahl der Todesopfer kreisweit auf 82. Im Rhein-Kreis Neuss ist aktuell bei 859 Personen eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Der 7-Tage-Inzidenz-Wert des Landeszentrums Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG) liegt aktuell für den Rhein-Kreis Neuss bei 114,7.

In der von der Bezirksregierung Düsseldorf betriebenen Zentralen Unterbringungseinrichtung für Flüchtlinge in Neuss ist bei 86 Bewohnern und 2 Mitarbeitern eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Die gesamte Einrichtung wurde unter Quarantäne gesetzt. Nachdem zunächst bei 12 Bewohnern eine Corona-Infektion festgestellt wurde, hat das Kreis-Gesundheitsamt an diesem Sonntag allen Bewohnern und Mitarbeitern eine Testung durch ein mobiles Testteam angeboten. Zudem wurde bereits unmittelbar nach Vorliegen der ersten Ergebnisse in Abstimmung mit der Bezirksregierung Düsseldorf ein weiterhin gültiger Aufnahme- und Verlegungsstopp für die Einrichtung angeordnet. Aktuell steht bei Testungen von 19 Bewohnern und 27 Mitarbeitern noch das Ergebnis aus. Insgesamt wurden 483 Personen getestet. Die weiteren Testergebnisse sind negativ. Im Verlauf der Quarantäne werden alle Bewohner und Mitarbeiter erneut getestet.

In der DRK-Kita am Hummelbach in Neuss wurden die Kinder einer Gruppe sowie die sie betreuenden Mitarbeiter aufgrund eines mit dem Coronavirus infizierten Kindes unter Quarantäne gesetzt. In der Kindertagesstätte St. Stephanus in Meerbusch sind die Kinder aus zwei Gruppen betroffen. Dort ist ebenfalls bei einem Kind eine Infektion nachgewiesen.

In den Corona-Testzentren Neuss und Grevenbroich sowie durch die mobilen Testteams sind in der vergangenen Woche 2 182 Testungen vorgenommen worden, in der Vorwoche waren es 1 528. Seit dem 11. März wurden hier insgesamt 35 586 Testungen durchgeführt, von denen bislang 3 046 positiv waren. Die Zahlen umfassen nicht die Testungen in Arztpraxen und Krankenhäusern im Kreisgebiet sowie von Reiserückkehrern an Flughäfen oder Grenzstationen.

Die Infektionszahlen sieht Landrat Hans-Jürgen Petrauschke weiter auf einem zu hohen Niveau. „Es ist dringend erforderlich, die Zahl der Neuinfektionen stark abzusenken, um dauerhaft eine Überlastung des Gesundheitssystems ausschließen zu können und Menschenleben zu schützen“, erklärt Petrauschke. „Ich rufe alle auf, alle nicht unbedingt notwendigen Kontakte zu vermeiden. Wir sollten uns daran orientieren, was wirklich notwendig ist und nicht all das ausreizen, was zulässig wäre“, appelliert der Landrat an die Eigenverantwortung der Bevölkerung.

Zudem bittet der Landrat, weiter die bekannten Vorsichtsmaßnahmen zu befolgen: „Halten Sie mindestens 1,5 Meter Abstand, achten Sie auf Handhygiene, tragen Sie eine Alltagsmaske, wenn ein ausreichender Abstand nicht gewährleistet werden kann und lüften Sie regelmäßig in geschlossenen Räumen. Nur in größtmöglicher Solidarität können wir gemeinsam gegen die Ausbreitung des Coronavirus angehen.“

Für wichtige Fragen hat das Kreis-Gesundheitsamt unter der Telefonnummer 02181/601-7777 eine Hotline eingerichtet. Diese ist montags bis freitags von 8 – 18 Uhr und am Wochenende von 10 – 18 Uhr erreichbar. Aktuelle Informationen und weitere Statistiken finden sich auf der Kreis-Homepage unter www.rhein-kreis-neuss.de/corona.