Mehr Väter entscheiden sich im Rhein-Kreis Neuss dafür, Elternzeit zu nehmen und Elterngeld zu beantragen. So stieg zuletzt der Anteil der Väter, die Elterngeld beziehen, von 24,65 Prozent im Jahr 2020 auf 28,87 Prozent im vergangenen Jahr. Auch die Gesamtzahl der Elterngeld-Bezieher erhöhte sich von 5 262 auf 5 531: Während 2020 insgesamt 3 860 Mütter und 1 402 Väter Elterngeld bezogen, waren es im vergangenen Jahr 3 972 Mütter und 1 559 Väter.

Petra Fliegen, Leiterin des Familienbüros und der Elterngeldstelle des Rhein-Kreises Neuss, stellt fest, dass die Nachfrage nach persönlicher Beratung gestiegen ist: „Wir haben insbesondere während der Pandemie zahlreiche telefonische Anfragen erhalten. Jede Menge Informationsbedarf gibt es sowohl zu den Sonderregelungen als auch zum Elterngeld Plus.“ So wurden die Sonderregelungen im Bundeselterngesetz wegen der Corona-Pandemie rückwirkend verlängert: Eltern, die in der Zeit vom 1. März 2020 bis zum 23. September 2022 kein oder ein geringeres Einkommen aufgrund der Covid-19-Pandemie hatten, können diese Zeiträume von der Elterngeldbemessung ausklammern lassen. Darüber hinaus können Familien seit 2015 Elterngeld Plus beantragen. „Das lohnt sich für alle Mütter und Väter, die Elternzeit und Teilzeitarbeit kombinieren wollen“, erläutert Petra Fliegen.

Insgesamt 5 960 Anträge gingen im letzten Jahr in der Elterngeldstelle ein; 2020 waren es 5 713 Anträge. In allen Kommunen – bis auf Jüchen und Rommerskirchen – stieg die Zahl der Personen, die Elterngeld erhielten. In Dormagen erhielten im Jahr 2020 insgesamt 710 Personen Elterngeld, 2021 waren es 753; in Grevenbroich waren es 717 (2020) und 800 (2021), in Jüchen 249 (2020) und 234 (2021), in Kaarst 492 (2020) und 546 (2021), in Korschenbroich 422 (2020) und 470 (2021), in Meerbusch 613 (2020) und 640 (2021), in Neuss: 1 871 (2020) und  1 927 (2021) und in Rommerskirchen: 188 (2020) und 161 (2021).

Rund 41,5 Millionen Euro Elterngeld wurden 2021 aus Bundesmitteln ausgezahlt. Das sind rund 2,5 Millionen mehr als 2020. Etwa 25 Kalendertage mussten Eltern im Rhein-Kreis Neuss auf die Bearbeitung ihrer Anträge warten. Der Landesdurchschnitt liegt mit knapp 43 Tagen deutlich höher. Kreisjugendamtsleiterin Marion Klein freut sich über die relativ kurzen Bearbeitungszeiten: „Durch die gute Internetpräsenz auf der Seite des Rhein-Kreises Neuss informieren sich viele Eltern vorab, welche Unterlagen sie benötigen“, sagt sie. Hilfreich ist auch der Online-Elterngeldrechner des Bundes-Familienministeriums.

Mehr Informationen rund um das Elterngeld gibt es unter dem Link www.rhein-kreis-neuss.de/elterngeld sowie telefonisch bei der Elterngeldstelle an der Königstraße 32-34 in Neuss unter den Nummern 02131 928-5161 bis -5164 und -5167 bis -5169 und -5181 und -5191 oder per E-Mail unter elterngeld@rhein-kreis-neuss.de.

Das Elterngeld wurde zum 1. Januar 2007 eingeführt mit dem Ziel, junge Familien zu unterstützen. Die Höhe des Elterngeldes beträgt normalerweise 65 Prozent des Netto-Einkommens, das vor der Geburt bezogen wurde und das während der Elternzeit entfällt. Der Mindestbetrag liegt bei 300 Euro, der Höchstbetrag bei 1 800 Euro.