Geht es um den fach- und sachgerechten Umgang mit Kimme und Korn, sind die Sportschützen Evinghoven in Rommerskirchen die erste Adresse. Ihrem Hobby können sie jetzt in ihrem Domizil auf dem Gelände der Alten Schule an der Widdeshovener Straße in einer rundum modernen Sportanlage frönen: Innerhalb von gut 200 Arbeitsstunden haben der Vorsitzende Matthias Getz, Wolfgang Gora, Peter Offermann und Klaus Stange einen neuen Schießstand aufgebaut, der inzwischen für den regulären Schießbetrieb freigegeben worden ist. Verwirklichen konnten die Sportschützen dieses Projekt dank der Hilfe von Gemeinde und dem Land NRW: Rudolf Reimert, als Tiefbauamtsleiter auch für die Sportstätten der Gemeinde zuständig, hatte Matthias Getz schon vor geraumer Zeit den Tipp gegeben, dass beim Land Fördermittel für die „Moderne Sportstätte 2022“ zur Verfügung stünden. „Sehr hilfreich bei der Antragstellung“ war nach den Worten von Matthias Getz schließlich auch Dominik Steiner, Geschäftsführer des Kreissportbunds. Der Antrag konnte im Februar 2020 gestellt werden, Anfang dieses Jahres „kam dann die erfreuliche Nachricht, von der NRW-Bank, dass er genehmigt sei“, so der Vorsitzender der Sportschützen. Nachdem im April 80 Prozent der Fördersumme auf deren Konto eingegangen waren, konnten Getz und seine Mitstreiter loslegen.

Eine gehörige Portion Eigenleistung gehört geradezu zur DNA der Sportschützen. Gegründet wurden sie 1976 auf Initiative des heutigen Ehrenvorsitzenden Jakob Esser. 1986 entstand auf sein Betreiben hin auch die erste Schießanlage, die fast komplett in eigener Regie erstellt wurde. Auch dieses Projekt war damals vom Land, dem Kreis sowie dem Landessportbund gefördert worden. Von der nun installierten, neuen Anlage ist Matthias Getz rundweg begeistert: „Der Schießsport macht nun noch mehr Spaß“, sagt der seit 2008 amtierende Vorsitzende, der zuvor 19 Jahre Schriftführer der Sportschützen war, denen er seit 1987 angehört. „Einfach super“ ist Getz zufolge die direkte elektronische Zielerfassung mit sofortiger Ergebnisdarstellung. Diese erfolgt sowohl auf Monitoren, die auf die Einzeltische montiert wurden als auch auf dem TV-Monitor im Aufenthaltsraum. Von der Qualität der frisch installierten Schießanlage konnte sich auch Bürgermeister Dr. Martin Mertens überzeugen, der sich – völlig ohne Training – als sehr zielsicherer Schütze erwies. „Ich kann Matthias Getz nur zustimmen: Es ist wirklich eine tolle, moderne Anlage geworden, mit der ich den Sportschützen viel Erfolg wünsche“, so Mertens.

Insgesamt zählen die Sportschützen 41 Mitglieder, 20 davon beteiligen sich aktiv an Wettbewerben – die älteste aktive Schützin ist 85 Jahre alt und nach wie vor begeistert bei der Sache. Die Sportschützen beteiligen sich an Wettkämpfen auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene ebenso wie sie schon des öfteren bei Deutschen Meisterschaften mitgemischt haben. Dabei konnten sie in den vergangenen 45 Jahren beachtliche Erfolge einfahren. Gleichsam „Außer Konkurrenz“ übrigens auch einen in der Gemeinde selbst: Vor mehr als 30 Jahren maßen die Evinghovener Sportschützen bei den ersten Rommerskirchener Schießmeisterschaften ihre Kräfte mit den Schießabteilungen der örtlichen Bruderschaften und Schützenvereine. Das Ergebnis fiel derart eindeutig zugunsten der Sportschützen aus, dass es die erste und bislang letzte Meisterschaft dieser Art blieb. Wie viele andere Vereine auch, sind die Sportschützen auf der Suche nach neuen Mitgliedern, wobei insbesondere Jugendliche gern gesehen wären. Matthias Getz und sein Team hoffen daher auf den kommenden Sonntag, 21. November, wenn die Sportschützen zu einem Tag der offenen Tür in ihr Hauptquartier an der Widdeshovener Straße 93 einladen. Los geht es ab 14 Uhr – die 2-G-Regel gilt – bedeutet, die Besucherinnen und Besucher müssen mindestens zweimal geimpft oder von Corona genesen sein.