Veranstaltung des Gesundheitsamtes befasste sich mit Tabuthema Suizid

Die Ausstellung „Zuhören ist cool. Wegsehen ist tödlich“ im Kreishaus Grevenbroich endete jetzt mit einer Vortragsveranstaltung zum Thema „Tabu Suizid“. In seiner Begrüßung betonte Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, dass das Kreisgesundheitsamt zusammen mit dem St. Alexius-/St. Josef-Krankenhaus und der Diakonie ein Bündnis gegen Depression auf den Weg gebracht hat. Dies beschäftigt sich insbesondere mit der Situation potentiell gefährdeter oder hilfsbedürftiger Jugendlicher. 

„Das Jugendalter ist die Zeit der Krise“, sagte Dr. Martin Köhne, Ärztlicher Direktor der Erwachsenenpsychiatrie des St. Alexius-/St. Josef-Krankenhauses in Neuss, und schilderte Situationen, die zur Selbsttötung führen können. Dr. Claudia Neumann, Oberärztin der Kinder- und Jugendpsychiatrie im gleichen Haus, appellierte an Familienangehörige und Freunde von Betroffenen, das Gespräch zu suchen und möglicherweise auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Daniela Frimmersdorf vom Schulpsychologischen Dienst des Rhein-Kreises Neuss erläuterte, wie Schulen mit Suiziden und dem plötzlichen Tod von Schülern umgehen können. Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky berichtete, dass sich im vergangenen Berichtsjahr 31 Menschen das Leben nahmen. „Wir setzen uns zum Ziel, bei Lebenskrisen schnell die richtigen Ansprechpartner zu vermitteln“, sagte Mankowsky. Hilfe leistet dabei die Broschüre „Ratgeber für Menschen mit Depression“. Sie kann kostenlos per E-Mail unter gesundheitsamt@rhein-kreis-neuss.de angefordert werden.

Kommentare sind geschlossen.