Smart Home, Photovoltaik und Windkraft – Fachkräfteausbildung auf höchstem Niveau

Prominente Gäste aus Berlin im Ausbildungszentrum der Elektro-Innung Rhein-Kreis Neuss: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe und Bildungsstaatssekretär Thomas Rachel besuchten am Dienstag die Überbetriebliche Lehrwerkstatt im Neusser Berufskolleg Technik und Informatik (BTI). Der Anlass: Das Ausbildungszentrum macht sich fit für die Digitalisierung. Das BMBF fördert das zukunftsweisende Projekt mit mehr als 200.000 Euro.

Im Ausbildungszentrum absolvieren angehende Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik aus dem gesamten Rhein-Kreis den überbetrieblichen Teil ihrer handwerklichen Ausbildung. Die Elektro-Innung schafft nun moderne digitale Ausstattung an. Dazu gehören unter anderem eine Photovoltaik- und eine Windkraftanlage, neue Haustechnik-Systeme sowie ergänzende PC-Netzwerktechnik und digitale Präsentationstechnik. Die Investition beträgt 227.679 Euro; das BMBF übernimmt davon 90 Prozent. Der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel MdB, überbrachte den Zuwendungsbescheid. „Mit der Digitalisierung der Arbeitswelt entstehen völlig neue Anforderungen an unsere Fachkräfte. Sie müssen mit neuester digitaler Technik umgehen können. Hierfür müssen wir sie schon in der Ausbildung qualifizieren“, betonte Rachel. „Wir unterstützten daher die Bildungszentren dabei, ihre Ausbildung an den technologischen Entwicklungen auszurichten. Gut ausgebildete Fachkräfte kommen letztendlich immer auch den Betrieben der Region zugute.“

Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe gratulierte der Elektro-Innung zu ihrem zukunftsweisenden Ausbildungsangebot: „Deutschland muss bei der Digitalisierung Vorreiter werden. Denn moderne digitale Technik bietet ganz neue Möglichkeiten – auch für die Handwerksberufe. Dass das Ausbildungszentrum der Elektro-Innung Rhein-Kreis Neuss seine Auszubildenden fit macht für die Digitalisierung, ist wegweisend.“ Obermeister Wilhelm Prechters dankte den Besuchern aus Berlin und begrüßte auch Landtagsabgeordneten Dr. Jörg Geerlings, den Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Düsseldorf, Dr. Axel Fuhrmann, und Kreishandwerksmeister Rolf Meurer. 153 Betriebe haben sich in der Elektro-Innung freiwillig zusammengeschlossen, erklärte Prechters. Sie bilden aktuell rund 180 Elektroniker aus. Jeder Auszubildende im Elektrohandwerk absolviert während der dreieinhalbjährigen Lehrzeit elf überbetriebliche Lehrgänge. So wird sichergestellt, dass der Nachwuchs die gesamte Bandbreite der Elektrotechnik kennen lernt. Immer wichtiger wird dabei der Bereich „Handwerk 4.0“ – von der Nutzung regenerativer Energien bis zum vernetzten „Smart Home“. Prechters: „Im aktuellen Ausbildungsjahr 2017/2018 werden wir hier in unserem Ausbildungszentrum 381 Teilnehmer für jeweils eine Woche unterweisen, das ist eine Steigerung zum Vorjahr um acht Prozent. Durch eine konstant gute und hochwertige Ausbildung erhoffen wir uns, künftig die Facharbeiterlücke schließen zu können.“

Kreishandwerksmeister Rolf Meurer erinnerte daran, dass die Elektro-Innung Rhein-Kreis Neuss erst vor etwa einem Jahr rund 120.000 Euro in ihr überbetriebliches Ausbildungszentrum gesteckt hat – damals eröffnete sie die Einrichtung im BTI Hammfeld neu. „Jetzt folgt der nächste Schritt: die Investition in die Digitalisierung.“ Gerade in der Elektrotechnik gebe es rasante Innovationssprünge. „Wir setzen die Zuwendung des Bundes ein, um Ausbildung auf höchstem Niveau zu gewährleisten“, betonte Meurer. Das unterstrich auch Dr. Axel Fuhrmann. Die überbetriebliche Ausbildung sei ein unschätzbares Projekt des Handwerks. „Mit Herz, Hirn und Hand passiert hier etwas, was wir sonst nirgendwo haben“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer.

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