Selbständig und sicher in den eigenen vier Wänden leben

Die Anfragen sind vielfältig: Was ist zu beachten, wenn ein Badezimmer seniorengerecht umgebaut werden soll? Welche technischen Hilfsmittel gibt es für Senioren? Und was kann zur Stolperfalle in der Wohnung werden? Die Wohnberatungsagentur Rhein-Kreis Neuss des Caritasverbandes in Kooperation mit dem Rhein-Kreis Neuss berät seit 2011 kostenfrei Bürger im Kreisgebiet. Finanziell gefördert wird sie von den Landespflegekassen und vom Rhein-Kreis Neuss.

Insgesamt 288 Anfragen haben Marion Schröer in Neuss sowie Beate Müller und Cordula Bohle in Grevenbroich im vergangenen Jahr verzeichnet; im Jahr 2012 waren es noch 196 Anfragen. „Die Nachfrage nimmt durch den demographischen Wandel ständig zu“, stellen die drei Wohnberaterinnen fest. „Doch nicht nur Senioren, auch jüngere Leute kommen zu uns, wenn sie langfristige Umbauten planen.“ Insgesamt 182 Mal waren die Sozialarbeiterinnen im Jahr 2016 zu Hausbesuchen im Kreis unterwegs. So beantworten die Mitarbeiterinnen der Wohnberatung viele Anfragen zwar telefonisch oder beim Gespräch in ihren Büros – häufig kommen sie aber auch zu den Menschen nach Hause. Mit Kamera, Zollstock und Notizblock dokumentieren sie Grundrisse und geben nach ihrer Bestandsaufnahme Anregungen, wo etwas verbessert werden kann. Im Mittelpunkt steht meist die Frage, wie Senioren ihre Wohnung so gestalten können, dass sie so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können.

Marion Schröer berichtet von dem seniorengerechten Umbau eines Badezimmers: „Als eine über 80-jährige Seniorin ihre Badewanne nicht mehr nutzen konnte, haben wir nach einer Besichtigung den Einbau einer bodengleichen Dusche mit Haltegriffen empfohlen“, sagt sie. Zur neuen Ausstattung gehören jetzt rutschfeste Fliesen und ein Duschstuhl, der Sicherheit in der Dusche gibt, aber auch vor dem Waschbecken Platz hat.
Marion Schröer und ihre Kolleginnen unterstützten die ältere Dame auch bei den Verhandlungen mit dem Vermieter. Ihm legten sie Umbauvorschläge vor, die von der beim Rhein-Kreis Neuss tätigen Architektin Ines Manolias erstellt wurden. Darüber hinaus helfen die Expertinnen von der Wohnberatung Senioren beim Stellen von Anträgen auf Zuschüsse zum Beispiel bei Kranken- und Pflegekassen und informieren über weitere Angebote wie Hausnotruf, hauswirtschaftliche Hilfen oder Mahlzeitenservice.

Auch Tipps zu behindertengerechtem Wohnen gibt es in der Wohnberatungsagentur. Außerdem erfahren Angehörige von Menschen mit Demenz, wie sich diese besser in ihrer Wohnung zurecht finden. Piktogramme können ebenso den Alltag erleichtern wie offene Schränke. Die Wohnberatung an der Friedrichstraße 42 in Neuss ist unter Telefon 02131-291255 erreichbar und die Beratung an der Bergheimer Straße 13 in Grevenbroich unter Telefon 02181-8199360 oder -8199370.

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