Rhein-Kreis Neuss ist weiterhin „Fairtrade-Kreis“

Der Rhein-Kreis Neuss erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der internationalen Fairtrade-Towns-Kampagne und trägt für weitere zwei Jahre den Titel Fairtrade-Kreis. Manfred Holz, Ehrenbotschafter Fairtrade Deutschland, übergab jetzt in der Sitzung des Kreisausschusses die Urkunde an Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Als erster Kreis in Deutschland wurde der Rhein-Kreis Neuss im Jahr 2010 von Transfair Deutschland e.V. ausgezeichnet. Seitdem baut er das Engagement für den Fairen Handel weiter aus.

Landrat Petrauschke freut sich über die Verlängerung des Titels: „Lokale Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik arbeiten hier eng für das gemeinsame Ziel zusammen. Wir wollen uns weiterhin mit viel Elan dafür einsetzen, den Fairen Handel im Rhein-Kreis Neuss zu fördern.“ Das Engagement ist vielfältig: Der digitale Einkaufsführer des Kreises für alle Städte und Gemeinden, die Fairtrade-Schulkampagne und die Unterstützung der Eine-Welt-Initiativen sind nur einige Beispiele erfolgreicher Projekte in den letzten Jahren. Die Federführung beim Kreis liegt bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Deren Leiter, Harald Vieten, hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt. Er möchte bis 2018 erreichen, dass sich alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden der Fairtrade-Towns-Kampagne anschließen. Dazu hat er in den Rathäusern aussichtsreiche Gespräche geführt und den Bürgermeistern Unterstützung zugesagt. Nach der Kreisstadt Neuss, einer der ersten Fairtrade-Städte in Deutschland, hat erst vor wenigen Tagen auch die Gemeinde Jüchen die begehrte Fairtrade-Auszeichnung für ihr Engagement im Fairen Handel erhalten. Weitere Kommunen wie Dormagen und Rommerskirchen engagieren sich ebenfalls für den Fairen Handel und haben sich auf den Weg gemacht.

Auch Verbraucher in Deutschland honorieren offensichtlich immer öfter auch soziales Engagement von Handel und Unternehmen sowie die Qualität der Produkte im Fairen Handel. Der Umsatz mit fairen Produkten wächst laut Fairtrade Deutschland seit Jahren zweistellig: im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 978 Millionen Euro. „Verbraucher nutzen immer öfter die Möglichkeit, mit ihrem Einkaufswagen auch ein Stück weit Entwicklungspolitik zu betreiben und die Welt damit ein Stückchen gerechter zu machen. Auf dieses Verbraucherverhalten reagiert zunehmend auch der Handel“, betont Vieten. Er bleibt jedoch realistisch: „Trotz Rekordumsätze braucht es sicherlich noch eine Zeit, bis eine breite Öffentlichkeit und Unternehmen den Fairen Handel nicht als gelegentliches Beruhigungsmittel für das eigene Gewissen versteht, sondern als Ausdruck einer inneren Haltung.“ Faire Marktpreise und bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für die Menschen im globalen Süden sind auch eine Antwort auf die zunehmende Landflucht.„Fairtrade ist deshalb ein wichtiger Baustein und Impulsgeber für mehr Gerechtigkeit im Welthandel“, ist Vieten überzeugt.

Derzeit stellen rund 1,6 Millionen Kleinbauern-Genossenschaften und Lohnarbeiter in 74 Ländern Produkte und Waren her, die das Fairtrade-Siegel tragen. Davon gibt es immer mehr in den Regalen des Einzelhandels, von Supermärkten und Discountern. Rund 4000 Produkte mit dem Fairtrade-Siegel sind bereits erhältlich – Tendenz steigend.
Weitere Informationen zum Fairen Handel sind auf der Internet-Seite des Kreises unter www.fair-im-rhein-kreis-neuss.de erhältlich. Dort ist auch ein fairer Einkaufs- und Gastronomieführer für alle Städte und Gemeinden abrufbar.

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