Regionaler Wohnungsbaugipfel im Kreishaus

Im Rhein-Kreis Neuss besteht ein hoher Bedarf an zusätzlichem Wohnraum in allen Preisklassen, vor allem aber im günstigen und geförderten Segment. Zu diesem Schluss kamen die Teilnehmer eines regionalen Wohnungsbaugipfels, zu dem Landrat Hans-Jürgen Petrauschke nach Grevenbroich eingeladen hatte. „Wir benötigen ein qualitätsvolles, nachhaltiges und städtebaulich passendes Bauen“, so Petrauschke. Zudem sei ein gesunder Mix von günstigen, geförderten und frei finanzierten Wohnungen notwendig. 

„Die knappe Verfügbarkeit von Flächen sowie die hohen Kaufpreise stellen Hindernisse dar, denen wir uns stellen müssen. Deshalb ist es wichtig, im Regionalplan auf eine ausreichende Ausweisung von Baugrundstücken zu drängen“, betont Kreisdirektor Dirk Brügge. Nach den Modellrechnungen zur Bevölkerungsentwicklung des Statisti­schen Landesamtes IT.NRW zählt der Rhein-Kreis Neuss zu den Wachs­tumsregionen in Nordrhein-Westfalen. Der Flücht­lingszustrom wird die Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt noch verstärken. „Das Bevölkerungswachstum bis 2030 ergibt einen zusätzlichen Bedarf von etwa 7700 Wohnungen“, rechnete Brügge vor. Vor diesem Hintergrund sollten die Teilnehmer des regionalen Wohnungsbaugipfels Lösungswege und ein abgestimmtes Vorgehen im Rhein-Kreis Neuss diskutieren. Neben Vertretern der Kommunen waren zahlreiche Experten ins Kreishaus Grevenbroich geladen, unter ihnen Architekt Eckehard Wienstroer, Sigrid Koeppinghoff, Abteilungsleiterin im Landesministerium für Bauen und Wohnen, Stefan Zellnig, Vorstand der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft (GWG) Neuss, und NRW.Bank-Prokurist Jürgen Jankowski. Zur weiteren Quantifizierung des Bedarfs streben die Fachleute an, unter Beteiligung interessierter Städte und Gemeinden im Rhein-Kreis Neuss zunächst eine Marktanalyse zu erstellen, die den künftigen Bedarf an Wohnraum in einzelnen Ortsteilen benennt und differenziert nach Wohnungen oder Einfamilienhäusern beschreibt. Der Vorschlag traf bei allen Anwesenden auf Zustimmung.

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