Präventive Gesundheitsprogramme haben sich bewährt

Die Entwicklungen im Bereich Kindergesundheit im Rhein-Kreis Neuss haben sich insgesamt weiter verbessert. Das ist das Ergebnis der Schulneulings-Untersuchungen 2016. Vorgestellt wurde es von Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, Kreisgesundheitsdezernent Karsten Mankowsky, Amtsarzt Dr. Michael Dörr, Barbara Albrecht, Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Gesundheitsdienstes, und Nadine Bollmeier vom Gesundheitsamt. 

4.113 Mädchen und Jungen wurden im Jahr 2016 durch den Kinder- und Jugendärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes untersucht. Dabei ging es unter anderem um die Bereiche Früherkennungsuntersuchungen, Impfungen, Gewicht, Verhaltensauffälligkeiten, Sprachdefizite und Auffälligkeiten in der Koordination. „Unsere präventiven Gesundheitsprogramme, die schon mehrfach als modellhaft ausgezeichnet wurden, haben sich bewährt“, sagt Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. So haben sich die Zahlen in den Bereichen Sprachdefizite und körperliche Koordination seit 2010 deutlich verbessert – auch dank der Förderprojekte des Rhein-Kreises Neuss von „prokita“ bis hin zu „aufgeweckt“. Die Zahl der Kinder mit Sprachauffälligkeiten von 29,7 Prozent im Jahr 2010 ist auf aktuell 26,7 Prozent zurückgegangen. Dabei lag landesweit im Jahr 2014 die Zahl der I-Dötzchen mit Sprachauffälligkeiten bei 31,5 Prozent. Die Auffälligkeiten in der Koordination liegen im Rhein-Kreis Neuss bei 16,1 Prozent (2010: 17,5 %, landesweit 2014: 16 %). Mehr als jedes zehnte Kind hat Auffälligkeiten im Verhalten (2016: 10,9 % und 2015: 11,3 %).

Weiterhin richtet der Kinder- und Jugendärztliche Dienst sein Augenmerk auf das Gewicht der Schulanfänger: Jeder fünfte Schulneuling hat Über- oder Untergewicht. Dabei hat der Kinder- und Jugendärztliche Gesundheitsdienst eine Tendenz zu mehr Untergewicht festgestellt: „8,1 Prozent der I-Dötzchen haben Übergewicht, 2015 waren es noch 10,2 Prozent“, berichtet Barbara Albrecht und fügt hinzu: „Bei 12,3 Prozent der Kinder haben wir Untergewicht festgestellt, 2015 waren das 9,6 Prozent.“
Kritisch sieht die Leiterin des Kinder- und Jugendärztlichen Gesundheitsdienstes den Medienkonsum. „Kinder, die viel Fernsehen gucken und am Computer oder vor Handy oder Spielekonsole sitzen, sind häufiger auffällig in den Bereichen Sprache und Koordination“, stellt Barbara Albrecht fest. Acht Prozent der Schulanfänger hatten einen Medienkonsum von mehr als zwei Stunden lang am Computer, 30 Prozent von mehr als einer Stunde täglich. Angemessen für Vorschulkinder sind nach Ansicht der Mediziner nicht mehr als 20 Minuten pro Tag.

Eine positive Entwicklung weisen die Impfraten auf. So sind 96,3 Prozent der Schulanfänger im Kreis gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft; im Jahr 2003 waren es noch 59,3 Prozent. Erfreulich hat sich ebenfalls die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen entwickelt: Zu den U8-Vorsorge-Untersuchungen kamen zuletzt 96,3 Prozent der Eltern im Rhein-Kreis Neuss mit ihren vierjährigen Kindern und an den U9-Vorsorge-Untersuchungen nahmen 92,1 Prozent der Eltern mit ihren fünfjährigen Kindern teil. Bereits im Jahr 2006 hatte der Kreistag das „Aktionsprogramm Kinder- und Jugendgesundheit“ verabschiedet, in dem Gesundheitsziele und Projekte zu den Themen Bewegung, Ernährung, Sprache und Sucht definiert wurden. Unter dem Namen „fitznetz“ sind die präventiven Gesundheitsprojekte des Kreises zusammengefasst.

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