Nur wenige Menschen sind bereit zur Organspende

Das Thema Organspende stand bei der 8. Konferenz für Gesundheit, Pflege und Alter des Rhein-Kreises Neuss ganz oben auf der Tagesordnung. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke begrüßte rund 70 Teilnehmer im Kreishaus Grevenbroich. „Organspende ist nicht nur eine bedeutende gesellschaftliche Aufgabe, es kann für jeden von heute auf morgen bittere Realität werden – sei es durch eigene Betroffenheit oder durch die eines Angehörigen“, betonte der Landrat zu Beginn der Veranstaltung. 

Auf die Voraussetzungen für eine Organspende ging Dr. Klaus Benner, Chefarzt der Anästhesie im St. Elisabeth Krankenhaus Grevenbroich, in seinem Vortrag ein. Er wies darauf hin, dass die Bereitschaft in Deutschland zur Organspende sehr gering ist. So haben hier im vergangenen Jahr 857 Menschen nach ihrem Tod Organe für schwer kranke Patienten gespendet. Laut einem Bericht der Deutschen Stiftung für Organtransplantation (DSO) ist dies der tiefste Wert seit der Jahrtausendwende. Gleichzeitig warten rund 10.000 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan.
Auch der bundesweite Tag der Organspende am Samstag, 3. Juni, unter dem Motto „Richtig. Wichtig. Lebenswichtig.“ geht auf das Thema ein. Bürger sollen dazu ermutigt werden, sich mit Organspende auseinander zu setzen und ihre persönliche Entscheidung für oder gegen eine Organspende mit einem entsprechenden Ausweis dokumentieren. Organspendeausweise gibt es – als Teil von so genannten Notfallausweisen – kostenlos in den Bürger-Servicecentern der Kreishäuser in Neuss und Grevenbroich.
Außerdem informierten sich die Teilnehmer der Konferenz über die Pflegeschulen im Kreisgebiet. Monika Huth von der St.-Elisabeth-Akademie und Heiko Kraus von der Johanniter Unfallhilfe sowie Jutta Zeise vom Hildegard-Pautsch-Bildungszentrum des Caritasverbandes Rhein-Kreis Neuss stellten ihre Einrichtungen vor. Die weiteren Themen reichten von „Suchtkranke in der Öffentlichkeit“ über örtliche und praktische Auswirkungen des Altenpflegegesetzes NRW und des Pflegestärkungsgesetzes II und III bis hin zum Projekt „Aufgeweckt“. Bei diesem Programm, das von neun Krankenkassen unterstützt wird, steht die gesunde Entwicklung des Kindes im Mittelpunkt. Kreisgesundheitsamtsleiter Dr. Michael Dörr wies auf die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Krankenkassen hin und hofft auf weitere gemeinsame Aktionen zur Gesundheitsförderung und Prävention.

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