Neue Hightech-Zentralküche ab Januar unter Dampf

Mit der neuen Zentralküche für die beiden Kreiskrankenhäuser Dormagen und Grevenbroich stellen sich die Rhein-Kreis Kliniken moderner auf. Die bestehenden Küchen in den beiden Häusern haben schon viele Jahrzehnte Betrieb hinter sich und werden durch eine Einrichtung ersetzt, die modernsten Standards entspricht. Sieben Millionen Euro investieren die Rhein-Kreis Kliniken in die neue hochmoderne Großküchenanlage am Standort Dormagen. 

Auf den ersten Blick ist dem rund 2.000 Quadratmeter großen, grau gehaltenen Zweckbau nicht anzusehen, dass im Inneren eine der modernsten Klinik-Großküchen entsteht. „Wir investieren hier in allerneueste und allerbeste Qualität“, betont Landrat Petrauschke bei einem Rundgang mit Klinik-Vertretern. Ein modernes Tablett-Speisen-Verteilsystem, eine leistungsfähige Zentralspüle und Großküchengeräte, die digitalisiert miteinander kommunizieren sind nur einige der neuen Hightech-Komponenten. „Im Januar nimmt die Großküche ihren Betrieb auf“, bestätigt Klaus Mais, Kaufmännischer Direktor des Hauses. Rund 120 Mitarbeiter im Schichtdienst können dann täglich bis zu 3 000 Mahlzeiten unter größter hygienischer Sicherheit für die beiden Krankenhäuser sowie für externe Kunden wie Kindertagesstätten, Schulen und Altenheime zubereiten. So öffnet sich eine automatisierte Schleusenvorrichtung, die den Mitarbeitertrakt von der Küche trennt, erst, wenn der Mitarbeiter seine Hände gründlich desinfiziert hat. „Neben persönlicher Schutzkleidung sorgt auch die strikte Trennung von Spül- und Kochbereich für hygienische Sicherheit“, erläutert Küchenchef Hans-Uwe Schmitz. Der 59-jährige ist seit 26 Jahren Küchenchef am Kreiskrankenhaus Grevenbroich und freut sich nach eigenen Angaben „riesig“ über die neue Hightech-Küche. Vor acht Jahren gab es bereits die ersten Pläne. Im März 2015 begann der Bau, der im Dezember 2016 abgeschlossen sein wird.

Das Mittagessen wird nach der Zubereitung nicht mehr warmgehalten, sondern künftig nach dem sogenannten Cook-and-Chill-Verfahren (zu Deutsch: Kochen und Kühlen) zubereitet. Bei diesem Verfahren werden die warmen Speisen innerhalb von 90 Minuten auf eine Temperatur von 3 Grad Celsius gekühlt. Kurz vor dem Verzehr wird das Essen auf den Punkt genau zu Ende gegart. „Das hat nichts mit Aufwärmen zu tun, sondern ist eine Nährwert erhaltende und schonende Gartechnik, die ein leckeres, besser aussehendes und gesundes Essen garantiert“, räumt Hans-Uwe Schmitz mit weit verbreiteten Irrtürmern auf. Durch das moderne Verfahren wird auch die Vermehrung von Keimen sowie die Bildung von Toxinen verhindert, weil der hygienisch bedenkliche Temperaturbereich beim Absenken ab circa 40 bis 10 Grad Celsius sehr schnell durchschritten wird. „Dies ist vor allem im Bereich der Krankenhäuser und Altenheime von entscheidender Bedeutung, da das Immunsystem vieler Patienten bzw. Heimbewohner geschwächt ist“, nennt Klaus Mais weitere Vorteile.

Externe Kunden der neuen Zentralküche benötigen künftig einen speziellen Garofen, der auch geliehen werden kann, erläutert Petrauschke, der zudem auch auf den notwendigen, geringen Platzbedarf für das Gerät hinwies. „Die Leasingkosten können über den Preis des Essens berücksichtigt werden, der seit mehr als zehn Jahren stabil geblieben ist. Dabei werden wir sicher auch den Kunden entgegen kommen können“, sagt Petrauschke zu. Die bisherigen Kunden der Krankenhausküche wurden u.a. im Rahmen einer Informationsveranstaltung bereits vor Monaten auf die Umstellung hingewiesen.

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