Mine Akay und Valeria Arakelan profitieren vom Migranten-Stipendium

Mine Akay und Valeria Arakelan profitieren in diesem Jahr vom Migranten-Stipendium des Rhein-Kreises Neuss. Die beiden Dormagener Abiturientinnen stammen ursprünglich aus der Türkei und aus Kasachstan. Sie erhalten ab Oktober ein Hochschulstipendium in Höhe von jeweils 300 Euro monatlich. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke gratulierte den beiden und sagte: „Sie sind als Stipendiatinnen Vorbilder für andere Schüler mit Migrationshintergrund, denn Sie haben nicht nur ein sehr gutes Abitur absolviert, sondern sich auch in Ihrer Freizeit sozial engagiert.“ 

Für Mine Akay, die in dieser Woche ihr 2,0-Abiturzeugnis am Norbert-Gymnasium Knechtsteden in Empfang nimmt, steht bereits fest, dass sie Bauingenieurwesen an der RWTH in Aachen studieren will. Die heute 18-Jährige kam als Sechsjährige mit ihrer Familie aus der Türkei nach Dormagen. „Damals konnte ich kein Wort Deutsch“, erinnert sie sich, „im Kindergarten habe ich die ersten Worte gelernt.“ Von ihrem Oberstufenkoordinator Reiner Kohl erhielt sie den Tipp, sich für das Migrantenstipendium des Rhein-Kreises Neuss zu bewerben. Denn sie hatte sich neben der Schule auch sozial im Seniorenheim und als Patin beim Sommer-Leseclub in der Bücherei engagiert. Rainer Schmitz, Vorsitzender des Kreisschulausschusses und Mitglied der Jury, hob den ehrenamtlichen Einsatz beider Stipendiatinnen hervor: „Wir vergeben das Stipendium immer an Abiturienten, die nicht nur gute oder sehr gute schulische Leistungen erbringen, sondern sich auch freiwillig engagieren.“
Auch Valeria Arakelan kann eine Reihe von Ehrenämtern vorweisen: In ihrer Schule, dem Bettina-von-Arnim-Gymnasium, war sie in den Bereichen Streitschlichtung, Schulsanitätsdienst und Flüchtlingshilfe aktiv und gab darüber hinaus Nachhilfe in Deutsch und Englisch. Sie ist bereits die dritte Abiturientin des Dormagener Gymnasiums, die vom Migranten-Stipendium profitiert, stellt Schulleiter Theodor Lindner stolz fest, und erreichte einen Abi-Schnitt von 1,7. Valeria Arakelan kam 2003 mit ihren Eltern und ihrer Schwester aus Kasachstan nach Dormagen und ist sich sicher: „Ohne das Migranten-Stipendium könnte ich jetzt nicht studieren.“ Ihr Traum ist ein Psychologiestudium – am liebsten in Köln oder Düsseldorf.

Bereits seit 2009 vergibt der Rhein-Kreis Neuss das Migranten-Stipendien an erfolgreiche und sozial engagierte Abiturienten, die mit ihren Familien aus dem Ausland eingewandert sind und seit mindestens drei Jahren im Kreisgebiet leben. Alle Stipendiaten sind gut in ihr Studium gestartet, berichtet Eva Schmitt-Roth, Projektleiterin beim Rhein-Kreis Neuss. Vier haben bereits einen Abschluss. Die bis jetzt geförderten Studenten kommen regelmäßig in Schulen des Rhein-Kreises Neuss und motivieren durch die Schilderung ihres Werdegangs die künftigen Abiturienten mit Migrationshintergrund.
Eine Jury wählt aus allen Bewerbern die künftigen Stipendiaten aus. Zu der Kommission gehören neben Rainer Schmitz auch Kreisdezernent Tillmann Lonnes, Natalia Lüdtke vom Kommunalen Integrationszentrum, Schulrätin Annette Anner, Elisabeth Faber, Schulleiterin der Gesamtschule An der Erft in Neuss, Frank Huber, BBZ Weingartstraße, und Ulrich Dauben, Leiter des Quirinus-Gymnasiums in Neuss. Beraten wurde die Kommission von Torsten Götte, Leiter des Projekts „Migrantenförderung an der Schulform Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss“, und Eva Schmitt-Roth.

Weitere Informationen zu dem Stipendium gibt es im Internet unter www.rhein-kreis-neuss.de/migranten-stipendium.

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