Mehr Qualität bei der U3-Kinderbetreuung

Der Kreisjugendhilfeausschuss hat die Verwaltung beauftragt, Qualitätsstandards für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Tagesstätten und Tagespflege zu erarbeiten. Dabei sollen das Gesundheitsamt, die Gesundheitskonferenz und Fachleute aus den Jugendamtsbezirken eingebunden werden. Zudem wird es eine Kooperation mit der Hochschule Niederrhein geben, die für wissenschaftliche Unterstützung sorgt. 

„Durch die Betreuung von Kindern unter drei Jahren hat sich das Anforderungsprofil an die Tätigkeit der Erzieherinnen enorm gewandelt. Die Bedürfnislage eines einjährigen Kindes ist in keiner Weise mit der eines fünfjährigen zu vergleichen“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke. Der zuständige Dezernent Tillmann Lonnes schlägt in die gleiche Kerbe: „Mit dem Einzug von Kindern unter drei Jahren ist in den Tageseinrichtungen eine neue Generation angekommen, die angemessen gefördert werden muss. Und dazu bedarf es klarer Rahmenbedingungen und Standards.“
Aus diesem Grund hat sich auf Initiative von Gesundheitsamt und Jugendamt des Rhein-Kreises Neuss eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die sich zum Ziel gesetzt hat, solche Standards zu formulieren. „Es soll eine Informations-, Arbeits- und Orientierungshilfe geschaffen werden für das Personal in Tageseinrichtungen und Tagespflege und deren Träger sowie für Politik und Verwaltung“, erklärt Jugendamtsleiterin Marion Klein. Professor Dr. Christina Jasmund von der Hochschule Niederrhein hat das wissenschaftliche Projektangebot dazu unterbreitet. Es reicht von einer Studie über die Qualitätskriterien bis zur Präsentation der Ergebnisse im Rahmen einer Tagung.

Der sogenannte U3-Ausbau in den Jugendamtsbezirken im Rhein-Kreis Neuss ist insbesondere seit dem Inkrafttreten des Kinderförderungsgesetzes im Jahr 2008 enorm vorangetrieben worden. Im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamts wurden insgesamt 492 Plätze für Jungen und Mädchen unter drei Jahren in Tageseinrichtungen sowie 180 Plätze in der Tagespflege geschaffen. Der U3-Ausbau scheint damit jedoch noch nicht abgeschlossen zu sein, denn immer mehr Eltern fordern einen Betreuungsplatz für ihre Kinder, die das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet haben.

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