Kreiskonferenz bringt Integrationskonzept für Flüchtlinge voran

Wie gelingt die Integration von Flüchtlingen in Ausbildung, Arbeit und Alltag am besten? Wie können Hilfsmaßnahmen noch besser koordiniert werden? Dies waren die zentralen Fragen einer Integrationskonferenz, zu der der Rhein-Kreis Neuss eingeladen hatte. Rund 120 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, kreisangehörigen Kommunen, Job-Center, Verbänden, Vereinen und anderen Institutionen waren ins Kreishaus Grevenbroich gekommen, um das Thema gemeinsam voranzubringen. 

„Im Rahmen seines Kommunalen Integrationskonzepts hat der Rhein-Kreis Neuss bereits besonderes Augenmerk auf die Eingliederung von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive gerichtet – jetzt ist das Ziel ein fachübergreifendes Handlungsprogramm“, so Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der die Konferenz eröffnete. „Wenn man von Integration spricht“, so der Landrat weiter, „sind Sprache, Bildung und Arbeit die zentralen Schlüssel zum Erfolg. Und Integration bedeutet wiederum gesellschaftlichen Fortschritt.“
Dass der Rhein-Kreis Neuss mit seinem Ansatz auf dem richtigen Weg sei, bestätigte Gastreferentin Serap Güler, integrationspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion: „Zuwanderung tut uns gut. Damit wir die Integration von Flüchtlingen schaffen, müssen wir jetzt die Weichen stellen. Ich bin sicher, mit dieser Konferenz leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu.“ Wie Kreisdirektor Dirk Brügge ausführte, gibt es im Kreis schon viele Hilfen für Flüchtlinge. Für eine nachhaltige Wirkung sei nun jedoch ein ganzheitliches Konzept gefragt, das es dann mit allen Partnern umzusetzen gelte. Denn auf der lokalen Ebene entscheide sich letztlich, ob und in welchem Maße Integration gelingt: „Hierfür gibt es kein Patentrezept. Umso wichtiger ist es, planvoll und abgestimmt vorzugehen“, betonte Brügge.

So standen nach einer Diskussionsrunde, an der auch Bürgermeister Erik Lierenfeld aus Dormagen, Paul Neukirchen, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, und Siegfried Willecke, Geschäftsführer des Sportbundes Rhein-Kreis Neuss, Teilnahmen, vier Workshops auf dem Programm, deren inhaltliche Grundlage sich aus den Eckpunkten des aktuellen Kommunalen Integrationskonzeptes des Rhein-Kreises ableiteten. Sie befassten sich mit den Themen: „Junge Flüchtlinge“, „Arbeit und Sprache“, „Soziale Hilfen, Wohnen und Gesundheit“ sowie „Gesamtgesellschaftliche Integration“. Als zusätzliche Einzelmaßnahmen wurden aus den Workshops bereits vorgeschlagen: Ein-Euro-Jobs für Neuankömmlinge, damit diese schnell einem geregelten Tagesablauf nachgehen können, Praktika, aus denen Ausbildungsverhältnisse hervorgehen können, die Schaffung von mehr bezahlbarem Wohnraum ohne Ghettoisierung und noch mehr Integration über Sport- und Kulturangebote.

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